„Wann kommt das Aufwachen?“ – Golem ruft zu Kampf gegen Antisemitismus auf

<p>Antisemitismus nimmt zu: Golem verlangt entschlossenes Handeln der Politik.</p>
Antisemitismus nimmt zu: Golem verlangt entschlossenes Handeln der Politik. | Foto: Golem

Zur Begründung verweist die Organisation auf mehrere schwere antisemitische Anschläge in Europa und darüber hinaus – darunter ein tödlicher Angriff vor einer Synagoge in Manchester am 2. Oktober 2025 (Jom Kippur) sowie eine Attacke in Sydney am 14. Dezember während des Chanukka-Festes. Diese Ereignisse zeigten auch für Belgien eine beunruhigende Realität: „Immer mehr Jüdinnen und Juden fühlen sich in ihrem eigenen Land unsicher und fürchten um ihr Leben oder das ihrer Angehörigen – im Alltag, auf dem Schulweg, bei Festen oder beim Besuch der Synagoge“, erklärt das Kollektiv.

Antisemitismus äußere sich jedoch nicht nur in extremen Gewalttaten. Auch im täglichen Leben seien viele Betroffene mit Anfeindungen konfrontiert – auf der Straße, wenn religiöse Zeichen sichtbar seien, im sozialen Umgang oder in den sozialen Netzwerken. Golem warnt zudem vor einer gefährlichen Vermischung von legitimer Kritik an der Politik Israels mit pauschalen Angriffen auf Jüdinnen und Juden. Unter Bezug auf die Politikwissenschaftlerin Nonna Mayer heißt es: In bestimmten Fällen könne Kritik an Israel in eine Stigmatisierung und Ausgrenzung von Juden als Gruppe umschlagen.

Das Kollektiv sieht die Entwicklung eingebettet in ein breiteres Klima wachsender Diskriminierung. Auch andere Formen von Rassismus – insbesondere antimuslimische – nähmen zu und verstärkten Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen. Die bisherigen Reaktionen in Belgien seien aus Sicht von Golem jedoch unzureichend. Kritisiert wird sowohl der „strategische Opportunismus“ der politischen Rechten als auch das „schmerzhafte Desinteresse“ der Linken.

Vor diesem Hintergrund fordert Golem die politischen Parteien sowie zivilgesellschaftliche und soziale Organisationen auf, gemeinsam einen kohärenten Aktionsplan gegen Antisemitismus und andere Formen von Rassismus zu entwickeln. Nur mit klaren Maßnahmen lasse sich der zunehmenden Hassspirale wirksam begegnen.

Der Aufruf kann HIER online unterzeichnet werden. (belga/calü)

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