Ziel dieser Mediation ist es, den entstandenen Schaden gegenüber der Stadt Brüssel wiedergutzumachen. Nach Angaben der RTBF soll der Landwirt die Reinigungskosten und mögliche Reparaturen übernehmen und zusätzlich gemeinnützige Arbeit leisten. Auf diese Weise könnte ein klassisches Gerichtsverfahren vermieden werden, sofern sich beide Seiten einigen.
Der Mann war unmittelbar nach der Aktion zur Polizeiwache gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Sonntagvormittag angekündigt, dass er von einem diensthabenden Magistrat angehört werde, um seine Version der Ereignisse darzulegen. Die Ermittler stellten mehrere mögliche Verstöße fest – unter anderem gegen das Strafrecht, die Straßenverkehrsordnung sowie gegen umweltrechtliche Bestimmungen.
Der Kartoffel-Protest steht im Zusammenhang mit der anhaltenden Unzufriedenheit vieler Landwirte, die in den vergangenen Tagen landesweit demonstriert hatten. Auslöser der Proteste ist vor allem das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, das viele Bauern wegen möglicher Wettbewerbsnachteile ablehnen.
Solidarität aus der Landwirtschaft
Unterdessen erhält der betroffene Landwirt Unterstützung aus den eigenen Reihen. Bauern starteten spontan eine Solidaritäts-Spendenaktion, um ihm finanziell unter die Arme zu greifen. Initiator Frédéric Leurident erklärte: „Ich habe in Absprache mit seinen Angehörigen beschlossen, ein Crowdfunding zu starten. Die Gelder sollen ausschließlich dazu dienen, die finanziellen Belastungen zu decken, die auf ihn zukommen, und der Einsatz der Mittel wird transparent kommuniziert.“
Die Resonanz ist groß: Bis zum späten Sonntagabend waren bereits rund 25.000 Euro zusammengekommen.
Wie die Strafmediation konkret ausgestaltet wird und ob der Landwirt das Angebot annimmt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren