„HookUp“: Polizei in Antwerpen nutzt App zur Überwachung von Sexarbeitern

<p>Das Rotlichtviertel „Schipperskwartiers“ist das wohl bekannteste der Stadt Antwerpen.</p>
Das Rotlichtviertel „Schipperskwartiers“ist das wohl bekannteste der Stadt Antwerpen. | Foto: belga

Das sogenannte Prostitutions-Team der Stadt hatte das neue Registrierungs- und Terminsystem vor rund drei Monaten eingeführt. Hintergrund waren mehrere Fälle von Ausbeutung in der Region. Ziel ist es, den Überblick über die in der Fensterprostitution tätigen Personen zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Vermietern und Sexarbeitern transparenter zu gestalten.

In der App werden unter anderem Termine zwischen den Eigentümern der Gebäude und den Sexarbeitern erfasst. Diese Informationen werden über die Plattform direkt an die Polizei weitergeleitet. „So können wir neue Sexarbeiter besser kennenlernen und gemeinsam mit der Stadt gegen illegale Untervermietung und Menschenhandel vorgehen“, erklärt die Polizei.

Von den bislang 708 registrierten Personen waren allerdings viele nur einmalig aktiv. Das erschwert die kontinuierliche Nachverfolgung, räumt die Polizei ein. In den vergangenen Wochen wurden dennoch fast 500 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter gezielt kontrolliert. Dank der verbesserten Datenqualität ermögliche das System inzwischen eine präzisere Überwachung – sowohl der Sexarbeiter als auch der Betreiber und Vermieter.

Nach Einschätzung der Polizei spielt die App eine zentrale Rolle bei der frühzeitigen Erkennung von Menschenhandel und Ausbeutung. Ob über das System bereits konkrete Straftaten aufgedeckt wurden, ist allerdings bislang nicht bekannt. (belga/calü)

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