In einer ganzseitigen Anzeige, die in mehreren Medien erschienen ist, stellt Delhaize die Preise von 31 Produkten den Angeboten der Konkurrenz gegenüber. Das Ergebnis, das wie ein Kassenzettel dargestellt ist, fällt eindeutig aus: Demnach soll Delhaize 12 Cent günstiger als Lidl und sogar 5,85 Euro günstiger als Carrefour sein. Mit der Kampagne will der Händler sein Image als vermeintlich teurer Supermarkt korrigieren.
Lidl reagierte am Freitag mit scharfer Kritik – und mittlerweile auch mit einer eigenen Werbekampagne, die unter anderem in der Samstagsausgabe des GrenzEcho zu sehen war. In einer Mitteilung wirft der Konzern Delhaize täuschende Vergleichspraktiken und ungenaue Zahlen vor. Über das gesamte Sortiment betrachtet sei Delhaize im Schnitt rund 20 Prozent teurer als Lidl.

Besonders die angewandte Methodik stößt dem Discounter sauer auf. „Es werden Produkte verglichen, die hinsichtlich Qualität, Gewicht, Verpackung oder Spezifikationen nicht identisch sind“, kritisiert Lidl. Zudem habe Delhaize bei einem Pasta-Produkt einen Preis angesetzt, den Lidl nach eigenen Angaben nie verlangt habe.
Ob der deutsche Handelsriese rechtlich gegen die Werbung vorgeht – etwa bei der belgischen Werbeethik-Kommission (JEP) – ist noch offen. „Wir prüfen derzeit die nächsten Schritte“, erklärt Lidl-Sprecherin Isabelle Colbrandt.
Bei Delhaize zeigt man sich hingegen unbeeindruckt. Das Unternehmen sieht keinen Anlass, die Kampagne zu ändern oder abzubrechen. „Wir sind hier keineswegs leichtfertig vorgegangen, denn wir wissen, dass solche Kampagnen sensibel sind“, betont Sprecher Roel Dekelver. „Die Aktion wurde mit größter Sorgfalt und Objektivität vorbereitet. Es wäre unklug, so etwas auf die leichte Schulter zu nehmen.“
Der Preiskampf im belgischen Einzelhandel dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen. (belga/calü)

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