[Video] Bauern blockieren Autobahnkreuze Battice und Loncin – Massive Verkehrsbehinderungen

<p>Traktorblockaden in der Wallonie: Der Verkehr rund das Kreuz Loncin ist lahmgelegt.</p>
Traktorblockaden in der Wallonie: Der Verkehr rund das Kreuz Loncin ist lahmgelegt. | Foto: belga

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Landwirte zahlreiche Verkehrsachsen in der Wallonie blockiert – darunter auch zwei besonders sensible Knotenpunkte für Ostbelgier: die Autobahnkreuze Battice und Loncin. Dort blockieren die Bauern seit den frühen Morgenstunden sowohl den sogenannten Kuh-Kreisverkehr als auch die Autobahn in Fahrtrichtung Eupen. „Wir bleiben so lange wie möglich – auf jeden Fall den ganzen Tag“, kündigt Landwirtin Cindy Poncolet aus Sprimont gegenüber der Zeitung „L’Avenir“ an.

Konkret sind gelten in der Provinz Lüttich aktuell folgende Sperrungen und Blockaden:

- A3/E40: Blockade bei Battice in Richtung Brüssel

- A3/E40: Sperrung bei Thimister in Richtung Brüssel

- A27/E42: Sperrung bei Chaineux in Richtung Battice

- A3/E40: Sperrung bei Alleur in beiden Fahrtrichtungen

- A3/E40: Abschnitt Loncin – Aachen gesperrt

- A15/E42: Abschnitt Loncin – Aachen gesperrt

- A602: Abschnitt Loncin – Aachen gesperrt

Die Sperraktion, die von der wallonischen Vereinigung der Junglandwirte (FJA) initiert wurde, beeinträchtigt den Verkehr in der gesamten Region erheblich – auch auf den Nebenstraßen. Die Wetterlage verschärft die Situation zusätzlich: Regen, später Schnee und kräftiger Wind werden erwartet. Die Stadt Herve ruft Autofahrer auf ihrer Facebook-Seite dazu auf, Fahrten frühzeitig zu planen und nicht zwingend notwendige Wege möglichst zu vermeiden.

<p>Organisiert wird die Protestaktion vom wallonischen Verband der Junglandwirte (FJA).</p>
Organisiert wird die Protestaktion vom wallonischen Verband der Junglandwirte (FJA). | Foto: belga

Von Blockaden mit Traktoren sind unter anderem auch die Autobahnen E411 bei Libramont und die E42 bei Marquain in der Nähe von Tournai betroffen.

Mercosur-Abkommen im Fokus der Proteste

Im Zentrum der Proteste steht vordergründig das geplante Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten wie Argentinien und Brasilien. Die Landwirte befürchten massive wirtschaftliche Nachteile für die heimische Landwirtschaft. „Wenn dieses Abkommen zustande kommt, wird das eine Katastrophe – primär für die Zuckerrüben“, warnt Cindy Poncelet gegenüber „L’Avenir“. „Wir haben hier noch das Glück, Zuckerfabriken zu haben. Und dann sollen wir Zuckerrohr aus Übersee importieren, das keinerlei Standards erfüllt.“ Ähnliche Sorgen bestünden auch für Getreide, Fleisch und Milchprodukte.

<p>Der Unmut der Bauern ist groß.</p>
Der Unmut der Bauern ist groß. | Foto: belga

Ein weiteres großes Thema ist der Milchpreis. „Für den Monat Dezember sollen wir nur 35 Cent pro Liter erhalten, während die Produktionskosten bei etwa 46 Cent liegen“, beklagt Poncelet.

Zusätzlich sorgen sich die Landwirte um den Schutz ihrer Tierbestände. „Es gibt bislang kein Protokoll zum Schutz unserer Herden vor der ansteckenden Knotenkrankheit“, erklärt sie. Die Viruserkrankung habe in Frankreich bereits zur Keulung ganzer Tierbestände geführt.

Mit den Blockaden wollen die Landwirte ihren Forderungen Nachdruck verleihen – auch wenn dies für Pendler und Anwohner vorübergehend erhebliche Einschränkungen bedeutet. (belga/calü)

Kommentare

  • Streiken mag ja noch seine Berechtigung haben, aber immer wieder Feuer legen , Paletten und Reifen in Brand stecken. Da sollten sie besser zu den Pfadfindern gehen, die machen schöne Lagerfeuer und beschâdigen nichts.

Kommentar verfassen

1 Comment