Cargo auf Höhenflug in Lüttich – Passagierverkehr steht unter Druck

<p>Eine Maschine von FedEx wird am Lütticher Flughafen beladen.</p>
Eine Maschine von FedEx wird am Lütticher Flughafen beladen. | Foto: belga

Die Zahl der Flugbewegungen lag mit 36.979 Starts und Landungen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (37.029). Den Löwenanteil machten weiterhin Frachtflugzeuge aus: 28.822 Cargo-Flüge wurden gezählt, was einem Zuwachs von sechs Prozent entspricht. Auffällig ist dabei die fortschreitende Verlagerung hin zu mehr Tagesflügen. Inzwischen finden 65,5 Prozent der Flüge tagsüber statt, nur noch 34,5 Prozent nachts. „Das bestätigt den Wandel der vergangenen vier Jahre – 2020 lag der Anteil der Nachtflüge noch bei 59 Prozent“, heißt es seitens des Flughafens.

Auch Flughafenchef Laurent Jossart zeigt sich hochzufrieden. „Die Leistung ist sehr gut, denn in den vergangenen zwei Jahren lag das Volumenwachstum bei über 30 Prozent“, erklärte der CEO. Besonders stolz ist Jossart auf die ausgewogene Kundenstruktur: Der größte Kunde stehe für 13 Prozent des Volumens, der viertgrößte für neun Prozent. „Diese ausgewogene Verteilung macht unseren Flughafen widerstandsfähig“, betonte er.

Zudem wächst das Netzwerk stetig. Ende 2025 arbeiteten 56 Fluggesellschaften mit dem Airport zusammen – 2023 waren es noch 40. Auch bei den Logistikunternehmen ist die Dynamik deutlich: 62 Betreiber waren 2025 aktiv, gegenüber 37 zwei Jahre zuvor.

Weniger erfreulich ist hingegen die Entwicklung im Passagierverkehr. Hier verzeichnete der Flughafen einen Rückgang um 14,5 Prozent auf 138.352 Reisende (2024: 161.936). „Das ist eine Herausforderung für 2026“, räumt Jossart ein. Grund dafür ist unter anderem der Rückzug von TUI zu Beginn des Jahres, wodurch derzeit keine regelmäßigen Flugverbindungen mehr angeboten werden können. Allerdings spielt der Passagierverkehr für den Flughafen wirtschaftlich nur eine untergeordnete Rolle: Er macht lediglich rund 1,5 Prozent der Einnahmen aus.

Während der Cargo-Bereich also weiter boomt, steht Liège Airport im Passagiersegment vor einer Neuorientierung – mit klarer Priorität auf seiner Rolle als internationales Logistikdrehkreuz. (belga/calü)

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