Engie startet Abriss von Tihange 1 – Pläne zur Wiederinbetriebnahme geraten ins Wanken

<p>Ein Blick auf das AKW Tihange bei Huy</p>
Ein Blick auf das AKW Tihange bei Huy | Foto: afp

Wie bereits von „La Meuse“ gemeldet und inzwischen von Engie bestätigt wurde, erhielt das Unternehmen Ende Dezember grünes Licht. „Wir haben am 30. Dezember die Bestätigung erhalten, dass die technische Verwaltung und der zuständige Beauftragte der Wallonischen Region die Genehmigung erteilt haben“, erklärt Engie-Sprecher Olivier Desclée gegenüber den Medien. Der eigentliche Rückbau soll im September 2026 starten. Den Anfang macht die Kühlturmanlage von Tihange 1, die dann schrittweise abgerissen wird.

Wie Desclée weiter präzisierte, ist der genaue Zeitplan für den Rückbau der Anlagen von Tihange 2 allerdings noch nicht festgelegt. Hier müsse die Abfolge der Arbeiten erst noch definiert werden.

Damit stellt sich Engie klar gegen die Linie von Energieminister Mathieu Bihet (MR). Der Minister hofft weiterhin, Tihange 1 doch noch reaktivieren zu können und hatte den Betreiber schriftlich gebeten, vorerst keine „irreversiblen Rückbauarbeiten“ vorzunehmen. Engie zeigt dafür jedoch wenig Verständnis und macht deutlich, dass eine Laufzeitverlängerung für den Konzern nicht mehr infrage kommt.

Die Botschaft aus dem Unternehmen ist eindeutig: Wenn die Regierung weitere Kernkraftwerke offenhalten möchte, wird sie dafür einen anderen Partner finden müssen. Engie sieht seine Zukunft nicht mehr im Weiterbetrieb alter Reaktoren, sondern im Rückbau und in neuen Energieprojekten.

Auch in Huy sorgt die Entscheidung der Regionalregierung für Unruhe. Die MR, Koalitionspartner in der lokalen Mehrheit, reagierte laut Medienberichten mit Besorgnis und schließt rechtliche Schritte gegen die Genehmigung nicht aus. Aus Sicht der Liberalen widerspricht das grüne Licht den jüngsten politischen Appellen, auf allen Ebenen keine unumkehrbaren Entscheidungen im Bereich der Atomenergie zu treffen. (belga/calü)

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