Der Gasverbrauch ist in Belgien wieder gestiegen

<p>Ein Blick auf den LNG-Terminal in Zeebrügge</p>
Ein Blick auf den LNG-Terminal in Zeebrügge | Foto: afp

Der Anstieg hat allerdings nur einen einzigen Grund: die stärkere Nutzung von Gas zur Stromerzeugung. Gaskraftwerke verbrauchten im vergangenen Jahr 27,5 TWh, deutlich mehr als noch 2024, als der Wert bei 23 TWh lag.

Ganz anders sieht es bei den klassischen Verbrauchern aus. Private Haushalte senkten ihren Gasverbrauch leicht von 82 TWh auf 81,7 TWh. Auch die Industrie trat weiter auf die Bremse: Hier ging der Verbrauch von 44 TWh auf 41,7 TWh zurück.

Belgien bleibt Gas-Drehscheibe Europas

Unverändert bleibt Belgiens Rolle als wichtiger Transitknoten im europäischen Gasnetz. Das Land importiert weiterhin deutlich mehr Gas, als es selbst verbraucht. Ein großer Teil wird an Nachbarländer weitergeleitet. 2025 stieg der Transit auf 331 TWh, nach 259 TWh im Jahr zuvor. Hauptabnehmer bleibt Deutschland, das allein 214 TWh erhielt.

Weiterhin russisches Flüssiggas in Zeebrügge

Trotz der geopolitischen Spannungen und bestehender EU-Beschränkungen gelangt weiterhin russisches Flüssigerdgas (LNG) nach Belgien. Der Hafen von Zeebrügge, einer der wichtigsten LNG-Umschlagplätze Europas, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Nach Angaben des föderalen Wirtschaftsministeriums stammten zwischen März und Oktober 2025 rund 40 Prozent des dort entladenen LNG aus Russland. Ein Jahr zuvor waren es noch 63 Prozent. Die USA lieferten im selben Zeitraum 41 Prozent, Katar rund 11 Prozent.

Zwar ist der Transit von russischem Gas innerhalb der EU seit dem 27. März grundsätzlich untersagt, doch ein vollständiges Importverbot wurde von den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament erst ab 2027 beschlossen. Bis dahin fließt weiterhin Gas aus Russland in das europäische Netz. (belga/calü)

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