Prévot äußerte sich live aus Washington, wo er sich zu politischen Gesprächen aufhielt – zu einem Zeitpunkt, an dem die internationale Diskussion über das Vorgehen der USA in Venezuela hohe Wellen schlägt. „Die Verteidigung des Völkerrechts liegt in der DNA Belgiens“, sagte der Außenminister gegenüber dem frankophonen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Wenn wir verhindern wollen, dass Großmächte – wie die Geschichte es gezeigt hat – gegenüber kleineren Ländern rücksichtslos handeln, müssen wir uns auf den Schutz verlassen können, den das internationale Recht bietet.“
Gleichzeitig ließ Prévot keinen Zweifel daran, dass der Sturz Maduros kaum Bedauern auslösen werde. „Niemand wird dem Abgang von Herrn Maduro nachtrauern“, erklärte er. „Er war ein Gangster, dessen Legitimität von vielen Staaten – auch von der Europäischen Union – nicht anerkannt wurde und der seinem Land enormen Schaden zugefügt hat.“ Für die Menschen in Venezuela sei dessen Abgang daher „eher eine Erleichterung“.
Trotz dieser scharfen Worte warnte der Minister ausdrücklich davor, das Vorgehen der USA zum neuen Normalfall werden zu lassen. Die Festnahme Maduros dürfe „kein Präzedenzfall“ sein, so Prévot. „Sonst könnten sich andere Staaten künftig auf ähnliche Methoden berufen.“
Im selben Interview nahm Prévot auch Stellung zu internationalen Spannungen jenseits Lateinamerikas. Auf die Frage des RTBF-Journalisten Laurent Mathieu, wo Belgien angesichts der Drohungen von Donald Trump gegenüber Grönland die rote Linie ziehe, antwortete der Minister deutlich: „Eine Verletzung der territorialen Integrität eines europäischen Landes ist nicht tolerierbar.“
Er kritisierte zudem den aggressiven Ton gegenüber einem NATO-Partner und unterstrich Belgiens Solidarität mit Dänemark. Zugleich rief Prévot zur Deeskalation auf: Dialog sei auch in angespannten Zeiten unverzichtbar. (calü)

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