Glücksspiel nachts verbieten? – Minister Beenders plant Sperrzeiten im Netz

<p>Mehr Schutz vor Spielsucht: Minister Beenders fordert hierzulande eine Nachtsperre für Glücksspiele.</p>
Mehr Schutz vor Spielsucht: Minister Beenders fordert hierzulande eine Nachtsperre für Glücksspiele. | Foto: picture alliance/dpa

Auslöser für den Vorstoß ist der erschütternde Bericht einer Frau aus Flandern, deren Ex-Partner mehrere 100.000 Euro verspielt haben soll – über mehrere Identitäten und verschiedene Spielkonten hinweg. Zwar sei das Glücksspielgesetz in den vergangenen Jahren bereits verschärft worden, doch dieser Fall zeige deutlich, dass es nach wie vor Schlupflöcher gebe, so der Minister.

Konkret schlägt Beenders vor, Online-Glücksspiele nachts komplett zu schließen. „Wir müssen mit der Logik von 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche brechen“, betonte der sozialistische Politiker. Gerade die Nachtstunden seien besonders riskant, weil dort Hemmschwellen sinken und Kontrollmechanismen kaum noch greifen.

Darüber hinaus will der Minister die Einhaltung der Einsatzlimits verschärfen. Aktuell liegt das gesetzliche Maximum bei 200 Euro pro Woche und pro Glücksspielseite. Beenders kann sich stattdessen ein gesamtübergreifendes Limit von beispielsweise 250 Euro pro Woche vorstellen – für alle Plattformen zusammen. Dieses Limit könnte technisch etwa über das Identifikationssystem Itsme abgesichert werden.

Widerstand aus liberalen Reihen

Auch die Glücksspielanbieter selbst sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Beenders spricht sich unter anderem für ein Verbot von Promotionen, VIP-Behandlungen und ähnlichen Anreizen aus. Allerdings liegt die Zuständigkeit für die Glücksspielkommission im föderalen Regierungsteam nicht bei ihm, sondern beim Wirtschaftsminister David Clarinval (MR).

Gerade hier zeichnet sich politischer Widerstand ab: Die frankophonen Liberalen hatten sich bereits in der vergangenen Legislaturperiode klar gegen eine weitere Verschärfung der Regeln für Glücksspielwerbung gestellt.

„Jeder weiß, dass die MR beim Thema Glücksspiel andere Absichten verfolgt. Sie stehen einer Verschärfung nicht besonders offen gegenüber“, so Beenders. (belga/calü)

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