Gefängnisaufsicht schlägt Alarm: Haftanstalt Antwerpen „nicht länger tragbar“

<p>Gefängnis von Antwepen</p>
Gefängnis von Antwepen | Archivfoto: belga

Die Haftanstalt verfügt über eine Kapazität von 439 Insassen. Im vergangenen Jahr lag die Belegungsquote jedoch im Schnitt um 59 Prozent darüber. Täglich müssen demnach rund 70 Häftlinge auf Matratzen am Boden schlafen – mehr als in jeder anderen belgischen Haftanstalt.

Der unabhängige Kontrollrat warnt vor den Folgen dieser Zustände. Er verweist auf Gewalt, sexuelle Übergriffe, Suizide, Brandstiftungen sowie Drogen- und Handyhandel in der Anstalt. Allein 2024 seien 445 Mobiltelefone und fast zehn Kilogramm Drogen sichergestellt worden.

Zudem erinnert der Rat daran, dass Belgien bereits mehrfach von der Europäischen Menschenrechtskonvention und dem Europarat wegen unmenschlicher Haftbedingungen verurteilt wurde.

Die Aufsicht hat die Antwerpener Bürgermeisterin Els Van Doesburg sowie die Provinzgouverneurin Cathy Berx zu einem Besuch in der Haftanstalt eingeladen. Gleichzeitig fordert sie Maßnahmen, um die Zahl der Insassen wieder auf die offizielle Kapazität von 439 zu senken und das Schlafen auf Matratzen am Boden endgültig zu verbieten. Bereits zuvor hatte Gouverneurin Berx ein gesetzliches Verbot dieser Praxis angeregt. (belga/rt)

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