Der Brüsseler Staatsanwalt Julien Moinil hatte zu Beginn dieses Jahres eine härtere Linie gegen alle Formen von Kriminalität angekündigt. Diese Politik zeigt nun deutlich Wirkung: 2024 führten die niederländischsprachigen Brüsseler Magistrate insgesamt 1.082 Ermittlungsverfahren. Am 23. Dezember 2025 lag die Zahl bereits bei 1.999.
Auf französischsprachiger Seite stieg die Zahl der Verfahren im selben Zeitraum von 2.140 auf mehr als 3.600.
Das Problem: Die niederländischsprachige Justiz muss diese stark steigende Zahl mit deutlich weniger Personal bewältigen. Während die französischsprachige Seite 17 Ermittlungsrichter zur Verfügung hat, sind es auf niederländischsprachiger Seite derzeit nur fünf. Daher soll bald ein Richter aus der Zivilkammer die sechste Untersuchungskammer verstärken, die demnächst eröffnet wird. Dies werde jedoch weitere Verzögerungen in Zivilsachen mit sich bringen – etwa bei Steuer- oder Bausachen, schreibt „De Standaard“.
„Ich befürchte, dass wir dort auf Verfahrensdauern von bis zu zwei Jahren zusteuern. Die Bürger werden also länger auf ein Urteil warten müssen“, so die Vorsitzende des niederländischsprachigen Gerichts. Nach Einschätzung des Richterkollegiums wären 14 zusätzliche Richter samt Personal nötig, um einen reibungslosen Zugang zur Justiz zu gewährleisten. (belga/rt)

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