Das Projekt ist die Ausweitung eines erfolgreichen Pilotversuchs des Instituts für Entwicklungspolitik der Universität Antwerpen. Bereits zuvor hatten die Forscher 1.600 Haushalte mit elektrischen Kochgeräten ausgestattet – mit messbaren Effekten.
Kochen mit Holzkohle bedroht Ökosysteme
Rund um den Virunga-Nationalpark wird traditionell mit Holzkohle gekocht. Diese Praxis setzt den umliegenden Wäldern massiv zu und gefährdet wertvolle Ökosysteme. Besonders betroffen ist auch der Lebensraum der Berggorillas, für deren Schutz der Park weltweit bekannt ist.
„Weltweit sind noch immer mehr als zwei Milliarden Menschen beim Kochen auf Biomasse angewiesen“, erklärt Professorin Marijke Verpoorten. „In Subsahara-Afrika kommen durch das Bevölkerungswachstum jedes Jahr rund 20 Millionen weitere Menschen hinzu. In Städten wie Goma kochen die meisten Haushalte mit Holzkohle – selbst dann, wenn Strom verfügbar ist.“
Etwa zwei Drittel der verwendeten Holzkohle wird illegal in der Umgebung des Nationalparks hergestellt. Bewaffnete Gruppen erheben auf die Produktion und den Handel eine Art Abgabe, was die Preise für die Bevölkerung in die Höhe treibt – und zugleich deren Finanzierung sichert.
Weniger Abholzung, geringere Kosten
Die bisherigen Ergebnisse stimmen die Forscher optimistisch. „Wenn wir das Projekt ausweiten können, bedeutet das weniger Abholzung und zugleich geringere Einnahmen für bewaffnete Gruppen“, so Verpoorten. Auswertungen zeigen, dass rund 25 Prozent der Mahlzeiten in den teilnehmenden Haushalten mit den elektrischen Schnellkochtöpfen zubereitet wurden. Dadurch sank der Holzkohleverbrauch um 34 Prozent.
Für einen durchschnittlichen Haushalt in Goma bedeutet das zudem eine Ersparnis von fast sechs US-Dollar pro Monat – ein erheblicher Betrag in der Region.
Strom aus Wasserkraft ermöglicht Skalierung
Damit die Verteilung der 50.000 zusätzlichen Multikocher möglich ist, wurden zuletzt wichtige infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen. In der Region ist ein neues Wasserkraftwerk in Betrieb gegangen, das eine breitere und stabilere Stromversorgung sicherstellt.
Die Forscher hoffen, dass das Projekt nicht nur dem Klima und der Artenvielfalt zugutekommt, sondern auch die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung nachhaltig verbessert. (belga/calü)

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