Erneuerbare Energien holen Atomstrom ein: Solarenergie auf Rekordkurs

<p>Der Solarboom - hier eine Anlage in Brüssel zu sehen - treibt die Energiewende voran: Erneuerbare decken 34 Prozent ab.</p>
Der Solarboom - hier eine Anlage in Brüssel zu sehen - treibt die Energiewende voran: Erneuerbare decken 34 Prozent ab. | Foto: belga

Die Zahlen sind noch nicht endgültig. Sie beruhen auf Daten bis einschließlich 22. Dezember sowie einer Schätzung für die letzten neun Tage des Jahres. Die finalen Ergebnisse will Elia im ersten Quartal 2026 vorlegen.

Demnach ist die Solarstromproduktion 2025 um 21 Prozent gestiegen und dürfte mit 10,1 Terawattstunden ein neues Rekordniveau erreichen. Bereits im Juni wurde ein absoluter Monatsrekord verzeichnet (1.370 Gigawattstunden). Elia führt den Anstieg auf die Ausweitung der installierten Kapazitäten um 10 Prozent sowie auf ein außergewöhnlich sonniges Jahr zurück.

Weniger günstig fielen die Bedingungen für die Windenergie aus. Trotz zusätzlicher Anlagen ging die Produktion leicht zurück und lag bei 12,3 Terawattstunden (–2 Prozent).

Insgesamt erreichten die erneuerbaren Energiequellen damit einen neuen Höchstwert von 22,4 Terawattstunden (+7 Prozent). Laut Elia wurde mehr als 16,2 Prozent der Zeit im Jahr 2025 sogar mindestens die Hälfte des belgischen Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt – ein Anteil, der kontinuierlich zunimmt.

Atomstrom bleibt knapp vorn – trotz deutlichem Rückgang

Die Kernenergie liegt 2025 nur noch hauchdünn vor den Erneuerbaren: Mit 22,5 Terawattstunden (–24 Prozent) erreicht sie ebenfalls einen Anteil von 34 Prozent. Der starke Rückgang ist vor allem auf die Abschaltung von drei Reaktoren zurückzuführen: Doel 1 am 15. Februar, Tihange 1 am 1. Oktober und Doel 2 am 1. Dezember.

Belgien importiert erneut mehr Strom als es exportiert

Zum dritten Mal in Folge hat Belgien zudem mehr Strom importiert als exportiert. Der Importsaldo lag bei 14 Terawattstunden. Der meiste Strom kam aus Frankreich und den Niederlande (jeweils netto 10 Terawattstunden). Gleichzeitig exportierte Belgien Strom nach Deutschland, in das Vereinigtes Königreich und nach Luxemburg. Insgesamt belief sich das grenzüberschreitende Austauschvolumen auf 42 Terawattstunden.

Der Stromverbrauch in Belgien blieb mit 80,1 Terawattstunden nahezu stabil (–1 Prozent). Für die kommenden Jahre erwartet Elia jedoch einen deutlichen Anstieg, bedingt durch die fortschreitende Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie. (belga/calü)

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