WM-Kader der Roten Teufel: Rudi Garcia schließt neue Gesichter nicht aus

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Rudi Garcia stand am Donnerstag in Tubizeden Journalisten Rede und Antwort. | Foto: Photo News

Noch sei ausreichend Zeit bis zur endgültigen Entscheidung. „Bis zum 11. Mai müssen wir eine vorläufige Liste mit maximal 55 Spielern einreichen, die finale Auswahl von 26 Spielern folgt am 1. Juni“, so der Coach der Roten Teufel. Derzeit habe man es zudem mit zahlreichen Ausfällen zu tun. „Aktuell sind rund ein Dutzend Spieler verletzt. Ich hoffe, dass Akteure wie Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne bis dahin wieder vollständig fit sind.“

Bei seinen Entscheidungen will Garcia nicht allein sportliche Kriterien anlegen. „Natürlich beobachten wir alle Spieler, aber es gibt bereits eine Geschichte innerhalb dieser Gruppe. Der Zusammenhalt und das Zusammenleben im Team sind genauso wichtig wie fußballerische Qualität“, betonte er in Tubize. Entscheidend sei auch die Persönlichkeit: „Man muss den Menschen kennen, nicht nur den Spieler. Sie müssen sich integrieren können. Kurz vor Schluss neue Spieler zu holen und dafür andere zu verdrängen, die seit Monaten Teil der Gruppe sind, ist heikel.“

Die Länderspiele im März könnten jedoch genutzt werden, um neue Gesichter behutsam einzubauen. Geplant sind Freundschaftsspiele auf dem amerikanischen Kontinent gegen die USA (28. März) und Mexiko (31. März). „Diese Reise kann als Generalprobe dienen, bevor wir im Juni zur WM zurück nach Amerika kommen“, erklärte Garcia.

Der Fußballverband gab im Anschluss an die Pressekonferenz zudem bekannt, dass im Juni 2026 noch zwei weitere Testspiele stattfinden sollen: eines in Kroatien und eines gegen Tunesien. Demnach laufen „vertiefte Gespräche“ über ein Länderspiel gegen Kroatien am 2. Juni, voraussichtlich in Rijeka, sowie über ein Vorbereitungsspiel gegen Tunesien am 6. Juni, das aller Wahrscheinlichkeit nach im König-Baudouin-Stadion in Brüssel ausgetragen wird.

Zu den Talenten, die sich Hoffnung auf einen Einsatz bei den Testkicks machen dürfen, zählt der erst 17-jährige Anderlechter Mittelfeldspieler Nathan De Cat. „Sein Alter ist kein Hindernis – auch Jorthy Mokio, ebenfalls 17, war bereits dabei. De Cat bringt eine natürliche Reife mit“, lobte Garcia. Neben ihm nannte der Nationaltrainer auch Mokio, Nathan Ngoy und Romeo Vermant als Spieler mit großem Potenzial. „Wir verfolgen ihre Entwicklung genau. Alles ist offen.“

Doch nicht nur der Nachwuchs steht im Fokus. Auch erfahrene Akteure spielen weiterhin eine wichtige Rolle. „Axel Witsel kann sehr wertvoll für uns sein“, sagte Garcia. Der Mittelfeldspieler ist Stammkraft beim spanischen Klub Girona und zeigt dort seit Monaten starke Leistungen. „Er ist vielseitig, bringt enorme Erfahrung mit und sorgt für Führungsstärke – etwas, das uns in der Qualifikation teilweise gefehlt hat.“

Gerade diese Führungsspieler seien entscheidend, um dem Team große Ambitionen zu vermitteln. „Unser Mindestziel ist das Überstehen der Gruppenphase, aber unsere Ambitionen kennen keine Grenzen“, so Garcia. „Wir wollen so weit wie möglich kommen. Weltmeister zu werden, ist extrem schwierig – 2018 und 2022 hatten wir vielleicht sogar bessere Voraussetzungen. Aber vielleicht liegt uns die Rolle des Außenseiters besser als die des Favoriten.“

In der Gruppenphase der Weltmeisterschaft bekommt es Belgien mit Ägypten, dem Iran und Neuseeland zu tun. Der Auftakt erfolgt am Montag, 15. Juni 2026, in Seattle gegen Ägypten – Anstoß ist um 21 Uhr belgischer Zeit. Auch das zweite Gruppenspiel gegen den Iran am Sonntag, 21. Juni, in Los Angeles wird um 21 Uhr in Belgien angepfiffen. Für das dritte und letzte Gruppenspiel gegen Neuseeland müssen die Anhänger hingegen früh aufstehen: Die Partie wird um 5 Uhr morgens belgischer Zeit in Vancouver angepfiffen. (belga/calü)

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