[Video] Landwirte protestieren in Lüttich gegen EU-Mercosur-Abkommen

<p>Landwirte demonstrieren am Flughafen Lüttich gegen das geplante EU-Mercosur-Abkommen.</p>
Landwirte demonstrieren am Flughafen Lüttich gegen das geplante EU-Mercosur-Abkommen. | Foto: belga

Die Demonstranten zeigen sich verärgert über die bevorstehende Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur, das noch in dieser Woche in Brasilien ratifiziert werden könnte. Nach Ansicht der Landwirte bedroht das Abkommen die europäischen Betriebe durch eine unfaire Konkurrenz aus Südamerika. „Die importierten Produkte unterliegen nicht denselben Umwelt- und Sozialstandards wie unsere“, erklärte Hugues Falys, Sprecher der Landwirtschaftsgewerkschaft Fugea. Insbesondere der Einsatz in Europa verbotener Pestizide sowie von Wachstumshormonen werde von europäischen Landwirten kritisiert.

Weiterhin fordern die Landwirte mehr Schutz sowie faire und stabile Preise. „Wir erwarten von der EU eine langfristige Vision. Europa will seine Bürger mit möglichst günstigen Lebensmitteln versorgen, während wir für eine gesunde und nachhaltige Ernährung stehen“, sagte Philippe Duvivier, Präsident der Fugea.

Der Ort der Kundgebung sei bewusst gewählt worden. „Der Flughafen ist ein Drehkreuz, das diese internationalen Handelsströme symbolisiert. Er bezeichnet sich selbst als Importeur frischer Agrarprodukte. Derzeit kommt dort kein Fleisch aus dem Mercosur an, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass dies künftig der Fall sein wird“, erläuterte Hugues Falys. Die Flughafenleitung hatte die Wahl des Standorts hingegen als wenig sinnvoll kritisiert.

An der Demonstration beteiligten sich Landwirte aus der Wallonie, aus Flandern sowie aus Frankreich. Neben der Fugea war auch die Europäische Koordination Via Campesina (ECVC) vertreten. Zudem brachte die unabhängige Vereinigung der wallonischen Milchproduzenten (MIG) ihre Sorge um den Milchsektor zum Ausdruck. Auch das Nationale Zentrum für Entwicklungszusammenarbeit (CNCD) war vor Ort, um die belgischen Bürger zu vertreten. (belga/rt)

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