Die Corona-Pandemie traf in Belgien nicht alle gleich

<p>Studie macht soziale Kluft bei den Folgen der Corona-Pandemie hierzulande sichtbar.</p>
Studie macht soziale Kluft bei den Folgen der Corona-Pandemie hierzulande sichtbar. | Foto: picture alliance/dpa

Die Analyse zeigt ein klares Muster: Sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen waren demnach während der Corona-Pandemie systematisch stärker belastet. In sozial schwächeren Gemeinden lagen die Infektionsraten deutlich höher. Gleichzeitig war die Impfbereitschaft geringer, hauptsächlich bei jungen Erwachsenen, Männern, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit niedrigerem Einkommen oder Bildungsniveau. Auch bei schweren Krankheitsverläufen traten Ungleichheiten zutage. Ältere Menschen und vulnerable Gruppen mussten häufiger hospitalisiert werden und wiesen eine deutlich höhere Übersterblichkeit auf, wie Sciensano weiter mitteilt.

Nach einer schwerwiegenden Covid-19-Erkrankung trugen Überlebende zudem ein erhöhtes Risiko für langfristige Herz- und Lungenerkrankungen. Dieses Risiko war bei Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status nochmals ausgeprägter. Die Krankenhaussterblichkeit lag ebenfalls höher bei Menschen mit geringerer Ausbildung, niedrigen Einkommen, ohne Arbeit oder in Gemeinschaftseinrichtungen. Ferner machte die Pandemie Schwachstellen in der allgemeinen Gesundheitsversorgung in Belgien sichtbar. Verzögerungen bei Krebsdiagnosen hatten zwar insgesamt begrenzte, aber messbare Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft. Sie verdeutlichten jedoch, wie anfällig die Kontinuität der Versorgung in Krisenzeiten ist, heißt es weiter.

Das Gesundheitsinstitut leitet aus den Befunden konkrete Empfehlungen ab. Dazu zählen eine stärkere Prävention, gezielte Unterstützung vulnerabler Gruppen über eine solide Primär- und Gemeinschaftsversorgung, ein besserer Zugang zu zeitnah verfügbaren und verknüpften Gesundheitsdaten sowie eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Politik. Erste Schritte setzt Sciensano bereits um, unter anderem mit der Dateninfrastruktur EPI-LINK und einem erweiterten Monitoring sozialer Ungleichheiten bei Gesundheit und Mortalität. (svm)

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