Am Montag machte der Minister Halt in einem der polnischen Ausbildungszentren der Eumam-Mission (European Union Military Assistance Mission), mit der die Europäische Union ukrainische Soldaten ausbildet. Belgien beteiligt sich seit dem Start der Mission im November 2022 und hat seither rund 1.000 ukrainische Militärangehörige für unterschiedliche Aufgaben geschult – von Taktik und Logistik bis hin zu Führungskompetenzen. Derzeit sind 30 belgische Soldaten vor Ort im Einsatz, die unter anderem ukrainische Unteroffiziere im Bereich Führungsarbeit ausbilden.
„Wir waren angenehm überrascht“, berichtet einer der belgischen Ausbilder, dessen Identität aus Sicherheitsgründen nicht genannt wird. „Bei manchen merkt man bei der Ankunft deutlich, dass sie es nicht gewohnt sind, Befehle zu erteilen. Doch selbst in nur sechs Wochen entwickeln sie die Haltung eines echten Kommandanten.“
Der Austausch von Wissen und Erfahrung verläuft dabei in beide Richtungen. Vor allem die Erfahrungen aus realen Kriegssituationen, teilweise von Soldaten direkt von der Front, seien für die europäischen Armeen von großem Wert. Sie müssten sich rasch an eine sich verändernde geopolitische Lage anpassen, heißt es aus militärischen Kreisen.
Ein Begriff fällt dabei immer wieder: Drohnen. Diese unbemannten Fluggeräte haben die moderne Kriegsführung grundlegend verändert – und die Ukrainer gelten inzwischen als wahre Experten auf diesem Gebiet. „Die Zukunft der Kriegsführung liegt bei den Drohnen. Heute wird praktisch alles mit ihnen erledigt – von der Aufklärung bis hin zu Angriffen“, erklärt ein Ausbilder. Für ihn ist klar: Drohnen müssten bereits in den ersten Wochen der militärischen Grundausbildung fest verankert werden.
Belgien hinkt in diesem Bereich bislang hinterher. In der vergangenen Legislaturperiode hatte sich das Land noch geweigert, Drohnen zu bewaffnen. Inzwischen gehört das Thema jedoch zu den Prioritäten der strategischen Verteidigungsvision 2026–2034. Minister Francken kündigte vor Ort an, dass die Föderalregierung am Freitag beschlossen habe, rund 1.500 Drohnen zu einem Gesamtpreis von 140 Millionen Euro anzuschaffen. Sie sollen künftig in allen Einheiten eingesetzt werden, um fest in den militärischen Alltag integriert zu werden. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren