Die Staatsanwaltschaft Antwerpen äußert sich bislang nicht öffentlich zu den Vorfällen. Die Warnungen, die inzwischen an Krankenhäuser und medizinisches Personal weitergegeben wurden, sind jedoch deutlich. Innerhalb kurzer Zeit mussten mehrere Jugendliche nach vermutetem Vape-Konsum stationär behandelt werden. Bei einigen wird der Zustand weiterhin als „sehr besorgniserregend“ beschrieben.
Ärzte werden ausdrücklich dazu aufgefordert, das Vapen als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen, wenn Jugendliche ohne klare medizinische Erklärung das Bewusstsein verlieren oder epilepsieähnliche Anfälle erleiden.
Im Raum steht der Verdacht, dass die illegalen Vapes THC enthalten könnten – den psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis. Doch die Diagnose ist schwierig: Blutanalysen liefern oft keine eindeutigen Ergebnisse, und die Betroffenen sind nicht immer in der Lage, anzugeben, was sie konsumiert haben.
Oft mit synthetischen Drogen vermischt
Besonders beunruhigend ist laut Experten die Zusammensetzung dieser Produkte. „Bei diesen neuen Vapes werden die Flüssigkeiten selbst hergestellt und häufig mit Drogen vermischt“, erklärt der Krebsexperte Filip Lardon von der Universität Antwerpen gegenüber dem flämischen Rundfunk (VRT). „Oft handelt es sich um synthetische Drogen, auch ‚Spice‘ genannt, bei denen die Konzentrationen von Cannabis um ein Vielfaches höher sind als etwa bei einem gewöhnlichen Joint.“
Lardon beobachtet die Ausbreitung des Problems bereits seit mehreren Monaten – sowohl an Schulen in der Provinz Antwerpen als auch darüber hinaus. Ein Grund für die Verbreitung: „Die Vapes haben kaum Geruch und fallen deshalb nicht auf. Durch die hohen Wirkstoffkonzentrationen sind sie aber extrem gefährlich“, warnt der Forscher. Er betont zudem, dass es sich bei diesen Produkten um vollständig illegale Vapes handelt – sowohl der Besitz als auch der Verkauf seien strafbar.
Doch auch herkömmliche E-Zigaretten sind aus seiner Sicht alles andere als harmlos. „Und die Nutzer werden immer jünger. Ich habe sogar schon neunjährige Kinder im dritten Schuljahr gesehen, die vapen“, so Lardon.
Der Professor appelliert eindringlich an Schulen, Eltern, medizinische Einrichtungen und Jugendliche selbst. „Die aktuellen Fälle sind besonders schwerwiegend. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, ist es nur eine Frage der Zeit bis zum ersten Todesfall.“ (belga/calü)

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