Künstler warten auf ihr Geld: Sabam und Co. in der Kritik

<p>Bei belgischen Verwertungsgesellschaften wie der Sabam kommt es zu verspäteten Auszahlungen.</p>
Bei belgischen Verwertungsgesellschaften wie der Sabam kommt es zu verspäteten Auszahlungen. | Foto: belga

Dabei schreibt das Gesetz klar vor, dass die von diesen Organisationen eingezogenen Urheberrechte spätestens neun Monate nach Abschluss des Geschäftsjahres an die Anspruchsberechtigten – etwa Künstler, Musiker oder andere Kreative – ausgezahlt werden müssen.

In der Praxis wird diese Frist jedoch häufig überschritten. Acht der zehn größten belgischen Verwertungsgesellschaften halten die gesetzliche Vorgabe nicht ein und zahlen die Einnahmen verspätet aus.

Besonders ins Gewicht fällt dabei die Sabam, einer der wichtigsten Akteure des Sektors. Die Gesellschaft vertritt rund 50.000 belgische Künstler und weist allein Zahlungsrückstände in Höhe von 293 Millionen Euro auf. Sabam-Geschäftsführer Steven De Keyser führt die Verzögerungen auf die „inhärente Komplexität“ des Systems zurück. Vor einer Ausschüttung müsse eine große Menge an Daten verarbeitet werden, was den Prozess erheblich verlangsamen könne.

Hinzu kommt ein weiterer Kritikpunkt: Die Sabam überschreitet zudem die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 15 Prozent für ihre Verwaltungskosten.

Die Entwicklungen rufen nun auch die Politik auf den Plan. Der föderale Wirtschaftsminister David Clarinval (MR) kündigte als Reaktion eine Verschärfung der Kontrollen über die Verwertungsgesellschaften an. (belga/calü)

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