Phishing-Fälle nehmen zu: Plattform wirft Banken Missachtung der Rückerstattungspflicht vor

<p>Phishing-Betrug: Banken verweigern hierzulandeoft volle Rückerstattung.</p>
Phishing-Betrug: Banken verweigern hierzulandeoft volle Rückerstattung. | Foto: picture alliance/dpa

Nach Angaben der Plattform verursachte Phishing im Jahr 2024 Schäden von rund 49 Millionen Euro bei belgischen Bankkunden. Zwar würden die Banken laut Zahlen des Bankenverbandes Febelfin etwa 75 Prozent der betrügerischen Transaktionen rechtzeitig stoppen, doch jede vierte betrügerische Zahlung rutscht durch – mit teils erheblichen finanziellen Folgen für die Betroffenen.

Dabei ist die rechtliche Lage aus Sicht von Boomerang eindeutig: Banken sind verpflichtet, betrügerische Abbuchungen unverzüglich zu erstatten und den ursprünglichen Kontostand wiederherzustellen. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn konkrete Hinweise vorliegen, dass der Kunde selbst einen Betrug begangen hat. In diesem Fall müsse das betreffende Geldinstitut den Verdacht sogar schriftlich beim föderalen Wirtschaftsministerium anzeigen.

Wie groß das Ausmaß der Betrugsversuche ist, zeigen auch Zahlen von Safeonweb: Die staatliche Meldestelle erhält täglich rund 26.000 verdächtige Hinweise, hochgerechnet also etwa 9,5 Millionen pro Jahr.

Boomerang, eine sogenannte Legaltech-Plattform, ist seit Juni aktiv und hat seither Rückforderungsansprüche von mehr als 12 Millionen Euro gesammelt. Ein Großteil der Fälle betrifft Phishing-Vorfälle bei Belfius, BNP Paribas Fortis und Argenta. Mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage und Rabattaktionen rechnet die Plattform mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Betrugsfälle.

Vor diesem Hintergrund ruft Boomerang Opfer ausdrücklich dazu auf, Ansprüche bei ihren Banken geltend zu machen. Dafür bleibt ausreichend Zeit: Bis zu zehn Jahre vor Eintritt der Verjährung, vorausgesetzt, der Vorfall wurde innerhalb von 13 Monaten der Bank gemeldet. Gleichzeitig fordert die Plattform die Einführung eines „sofortigen Sicherheitsnetzes“ für Geschädigte – nach dem Prinzip: „Zahlen zuerst, diskutieren später.“

Boomerang arbeitet nach dem Modell „No cure, no pay“: Für Betroffene fallen keine Anfangskosten an, eine Provision wird nur dann fällig, wenn tatsächlich Geld zurückgeholt wird. (belga/calü)

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