Im Mittelpunkt steht ein bakterieller Stoffwechselmetabolit namens Trimethylamin (TMA). Dieser ist in der Lage, Entzündungsprozesse zu stoppen, die durch eine fettreiche Ernährung ausgelöst werden – ein zentraler Risikofaktor für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes.
„Die Entdeckung zeigt, wie Ernährung und unser Darmmikrobiom zusammenwirken können, um Moleküle zu produzieren, die Entzündungen bekämpfen und die Stoffwechselgesundheit verbessern“, erklärt Patrice Cani, Professor an der Uni Neu-Löwen.
Protein als möglicher Therapie-Hebel
Die Forscher konnten weiter nachweisen, dass die genetische Ausschaltung oder pharmakologische Blockade einer bestimmten Immunprotein-Komponente – IRAK4 – die gleichen positiven Effekte hervorrief wie TMA. Das macht IRAK4 zu einem interessanten therapeutischen Ziel, zumal die Proteinstruktur bereits in der pharmazeutischen Forschung validiert ist.
„Wir konnten zeigen, dass eine Substanz aus unserem eigenen Mikrobiom uns vor den negativen Folgen schlechter Ernährung schützen kann“, sagt Marc-Emmanuel Dumas, Professor am Imperial College London und am CNRS in Lille. „Das eröffnet spannende Perspektiven: neue Angriffspunkte für mikrobiom-basierte Therapien zur Behandlung von Diabetes.“
Diabetes betrifft weltweit mehr als 500 Millionen Menschen. In Belgien werden rund 880.000 Patienten wegen einer Form der Erkrankung behandelt. Da eine von drei Personen nichts von ihrer Erkrankung weiß, gehen Experten davon aus, dass etwa 10 Prozent der belgischen Bevölkerung betroffen sind. (belga/calü)

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