St. Pauli holt Punkt in Köln – „Joker“ Kane beschert Bayern souveränen Sieg

Vier Tage nach dem Pokalcoup bei Borussia Mönchengladbach (2:1) lieferten sich beide Teams eine spielerich schwache Vorstellung - mit wenigen Ausnahmen. Ein Sololauf von Said El Mala (51.) wähnte Köln auf der Siegerstraße. Doch Jones sorgte mit dem allerersten Torschuss seines Teams für ein glückliches Ende für die Hamburger. Während Köln seine Position im Mittelfeld der Liga festigt, bleibt St. Pauli weiter im Tabellenkeller.

Trotz der jüngsten Pleitenserie in der Liga hatte St. Paulis Formkurve zuletzt wieder leicht nach oben gezeigt, nicht zuletzt aufgrund der engagierten Pokal-Vorstellung und des Erreichens des Viertelfinals. Blessin, den Vereinspräsident Oke Göttlich zuletzt als „Teil der Lösung“ gestärkt hatte, wollte in Köln dranbleiben: „Der Glaube an die eigene Stärke ist das Wichtigste.“ Im dritten Spiel binnen acht Tagen vertraute er seiner Pokal-Startelf. Aufseiten Kölns kam El Mala erstmal als Stoßstürmer zum Einsatz - und sorgte in einer ereignisarmen ersten Hälfte noch für die meiste Gefahr. Nach einem Steckpass lief er zunächst frei auf Torwart Nikola Vasilj zu, doch verstolperte (8.). Danach folgte eine Dreifachchance. El Mala scheiterte aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Vasilj, Luca Waldschmidt setzte einen Nachschuss an den Pfosten und auch Verteidiger Sebastian Sebulonsen konnte das Chaos im Strafraum aus zehn Metern nicht nutzen (21.). Die Gäste wiederum hatten kaum Ideen nach vorne, verzeichneten im gesamten ersten Abschnitt keinen einzigen Torschuss. Nach dem Seitenwechsel war es wieder El Mala, der für Gefahr sorgte - und diesmal auch traf. Nach einer Ecke für St. Pauli schnappte er sich einen Befreiungsschlag von Waldschmidt, schüttelte seinen Gegenspieler ab und sprintete aus der eigenen Hälfte in Richtung Vasilj. Vor dem Kasten blieb El Mala cool und verwandelte sicher unter die Latte. Köln kontrollierte die Partie in der Folge weiter. St. Pauli fand keine Ansätze um für Gefahr zu sorgen. Stattdessen verpasste Waldschmidt die Vorentscheidung zum 2:0 (79.). Stattdessen traf St. Pauli spät.

Bayern München hat derweil mit seinem gnadenlosen „Joker“ Harry Kane auch im Südgipfel beim VfB Stuttgart seine Ausnahmestellung mit einer Machtdemonstration unterstrichen. Trotz großer Rotation gewann der Rekordmeister im prestigeträchtigen Duell bei den Schwaben mit 5:0 (1:0) und festigte seine Position an der Spitze der Bundesliga. Konrad Laimer brachte die Bayern in der 11. Minute mit einem Zaubertor per Hacke in Führung. Der eingewechselte Kane erzielte einen Dreierpack (66./82., Handelfmeter/88.) und baute sein Ausbeute auf 17 Treffer in der Liga aus, insgesamt steht er in dieser Saison schon bei 28 Toren. Josip Stanisic (78.) traf dazu nach einem bösen Patzer von VfB-Torhüter Alexander Nübel. In der Schlussphase spielte Stuttgart in Unterzahl, nachdem Lorenz Assignon (81.) den Ball auf der Torlinie mit dem Arm abgewehrt hatte. Nicht nur der Engländer Kane ist auf Rekordjagd: Für die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany, die am Dienstag (18.45 Uhr) schon wieder in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon gefordert ist, war es im 22. Pflichtspiel der Saison bereits der 20. Erfolg.

Auch die beeindruckende Auswärtsserie beim VfB hielt: Die Münchner haben 16 der vergangenen 17 Auftritte in Stuttgart gewonnen. Für den bislang heimstarken VfB war es ein Dämpfer im Kampf um die Champions-League-Plätze. Kompany nahm nach dem umkämpften 3:2 im Pokal bei Union Berlin gleich sechs Wechsel vor. Eine Pause bekam unter anderem Kapitän Manuel Neuer, der im Tor von Jonas Urbig ersetzt wurde. Zudem saßen Torjäger Harry Kane, Jonathan Tah, Lennart Karl, Josip Stanisic und Aleksandar Pavlovic zunächst auf der Bank. Nicolas Jackson, Min-Jae Kim, Leon Goretzka, Tom Bischof und Raphael Guerreiro rotierten dafür in die Startelf. Doch die Münchner starteten trotz der Umstellungen gewohnt dominant. Der zunächst ängstlich wirkende VfB hatte Glück, dass Jackson und Luis Díaz nicht schon früh trafen. Dies erledigte dann Verteidiger Laimer, der eine Vorlage von Michael Olise spektakulär per Hacke durch die Beine von Alexander Nübel schob. Erst nach dem Rückstand legte der VfB seine Zurückhaltung ab und konnte die Partie offener gestalten. Nikolas Nartey traf nur das Außennetz (18.). Stuttgart erhöhte den Druck. Die Partie wurde kurz hektisch. Bayern verlegte sich auf Konter. Dabei hätte ein schwerer Fehler von Nübel, der von den Münchnern ausgeliehen ist, fast zum 2:0 geführt. Der Nationalkeeper ließ einen Schuss von Olise durchrutschen, der Ball kullerte nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Glück hatten wiederum die Münchner kurz darauf, dass ein Treffer von Nartey nach Videostudium wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung zurückgenommen wurde. Zudem vergab Chema (45.+5) freistehend. Nach dem Wechsel übernahmen aber die Gäste wieder das Kommando. Die erste Chance hatte aber erneut der VfB. Urbig parierte einen abgefälschten Schuss von Deniz Undav jedoch glänzend. Kompany brachte nun Pavlovic, Karl und Kane, der kurz nach seiner Einwechslung mit einem satten Schuss aus gut 20 Metern traf und in einer furiosen Schlussphase sogar noch zwei Treffer nachlegte. (sid/sc)

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