Unter Mini-Unternehmen versteht man ein Programm, das sich an Schüler der 5., 6. und 7. Sekundarstufe (allgemeinbildend, technisch, berufsbildend) richtet und das den Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich mit der Unternehmenswelt vertraut zu machen – und diese durch die Gründung sowie Leitung einer Miniaturgenossenschaft während einiger Monate konkret zu erleben.
Dabei entwickeln die Mini-Unternehmer Kompetenzen, indem sie Schlüsselpositionen in den Bereichen Personalwesen, Finanzen, Technik und Vertrieb bekleiden und in den Bereichen Management, Werbung, Marketing, Buchhaltung und Verkaufstechniken mitarbeiten. Seit der Gründung des ersten Mini-Unternehmens vor knapp 50 Jahren, durften in über 1.000 Projekten zahlreiche Schüler über sich hinauswachsen und den Grundstein für ihre berufliche Entwicklung legen.
Nach der Eröffnung des Abends und der Vorstellung eines neuen webbasierten Programms „Badg’ee“ zum Kennenlernen der eigenen unternehmerischen Fähigkeiten und einer entsprechenden Lebenslauferstellung berichtete Gilles Groulard von seiner Projektidee „Familis“, seinem Werdegang und den Höhen und Tiefen des Unternehmertums. Im Anschluss bot sich den Teams während einer kurzen Präsentation die Gelegenheit ihr Projekt, die Ergebnisse ihrer Marktstudien und Finanzprognosen, ihre Ziele und die Strategie, mit der sie diese erreichen wollen, vorzustellen und auf Fragen zu antworten.
Mit von der Partie sind dieses Jahr 22 Schüler des 6. Jahres der PDS sowie neun Schüler des 6. Jahres des CFA. Auch der Konkurrenzgedanke spielt bei den sich untereinander messenden Schulen klassischerweise eine Rolle.

Ob individualisierte Sportbekleidung, Trainingsanzüge, Pullover oder T-Shirts bei „PDS Athletics - wear your memory“, oder „Damian Events“, die den Mitschülern saisonal die Pausen im wahrsten Sinne des Wortes versüßen – sei es in den kommenden Wochen die heiße Schokolade mit Keksen, Osterhäschen aus Schokolade im April, der Eisverkauf in der wärmeren Jahreszeit oder auch die Blumen zum Schuljahresende, die schnell und unkompliziert als Dankeschön erworben werden können.
Während die PDS gleich mit zwei Projekten vertreten war und die französischsprachigen Mitstreiter nach einer französischsprachigen Präsentation mit einer deutschsprachigen herausforderte, lauschte das Team vom CFA den Vorstellungen, um gut vorbereitet mit ihrem Kerzenprojekt „Gentle Glow“ an den Start zu gehen. Dabei wollen sie vor allem beim Umweltschutz punkten, denn ihre handgemachten Kerzen aus Sojawachs haben neben einer längeren Brenndauer, den Vorteil sauber und rußarm zu verbrennen. Zudem handelt es sich bei Soja um einen nachwachsenden Rohstoff. Wer das Unternehmen Gentle Glow unterstützen möchte, wird auf den Weihnachtsmärkten der Region, etwa auf jenem in Kelmis, fündig.

Insgesamt gehen dieses Jahr 45 Mini-Unternehmen in der Wallonie an den Start. Auf die Pitches folgte ein reger Austausch: Eine großartige Gelegenheit für die ostbelgischen Schüler, aber auch für die begleitenden Lehrpersonen Frau Fank und Herrn Jennekens (PDS) sowie Herrn Gürbüz und Herrn Mehdorn (CFA) zum Austausch, Lernen und gegenseitigen Motivieren.
Der Studienkreis Schule & Wirtschaft, der die ostbelgischen Mini-Unternehmen aktiv begleitet und unterstützt, ist überzeugt, dass diese wirtschaftsbezogene Bildungsmaßnahme die Schüler nicht nur prägt, sondern Ihnen auch wertvolle Kompetenzen und nachhaltige Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben vermittelt. „Im kommenden Jahr wäre eine Beteiligung von deutlich mehr Sekundarschulen unserer Region wünschenswert. Denn je mehr Wettbewerb, desto spannender die Wahl zum Sieger am Ende des Schuljahres“, so die Verantwortlichen des Studienkreises. Zuvor hatte sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) immer um das Projekt gekümmert. Doch seit kurzem verantwortet der Studienkreis alle wirtschaftsbezogenen Bildungsmaßnahmen in den Schulen in der DG — und verfolgt die Zielsetzungen von „Wirtschaft macht Schule“ weiter. (red/nc)

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