Belgische Immobilieninvestoren sehen Dekarbonisierung als Toppriorität

<p>Sanierungsarbeiten an bestehenden Gebäuden gelten laut Barometer als wichtigster Hebel für die Dekarbonisierung.</p>
Sanierungsarbeiten an bestehenden Gebäuden gelten laut Barometer als wichtigster Hebel für die Dekarbonisierung. | Illustrationsbild: picture alliance / dpa

Gleichzeitig herrscht die Sorge, dass Belgien im internationalen Vergleich hinterherhinkt. 58 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das Land gegenüber seinen Nachbarn Rückstand hat. Als größtes Hemmnis gilt der fehlende gemeinsame Standard, den 30 Prozent der Teilnehmer nennen. Es folgen unzureichende Messinstrumente (19 Prozent) sowie mangelnde Expertise (14 Prozent).

Auch das regulatorische Umfeld spielt eine zentrale Rolle. Während 68 Prozent der Investoren klare Vorgaben aus Belgien und der EU als notwendig ansehen, empfinden 30 Prozent diese gleichzeitig als Bremse.

Den entscheidenden Hebel für die Transformation sehen die Befragten in der Sanierung des bestehenden Gebäudebestands. Rund 70 Prozent priorisieren diese Maßnahme deutlich vor dem Ankauf emissionsarmer Immobilien (19 Prozent) oder der Umschichtung ihrer Portfolios (9 Prozent).

Auffällig ist auch der Blick auf die Beweggründe: Die größte Sorge gilt der künftigen Liquidität von Immobilien. Fast die Hälfte der Investoren (49 Prozent) treibt das Risiko sinkender Marktgängigkeit zu Klimainvestitionen. Die Nachfrage von Mietern und Kunden (23 Prozent) folgt an zweiter Stelle, während der Klimaschutz als solcher erst an dritter Stelle genannt wird (16 Prozent).

Rund 77 Prozent der Investoren verfügen bereits über eine Strategie zur Reduktion ihres CO₂-Fußabdrucks. Gleichzeitig hat ein Fünftel (21 Prozent) noch immer keinerlei Klimaziele definiert.

Das neue Barometer basiert auf der Befragung von 43 in Belgien aktiven Investoren, die alle wesentlichen Segmente des Immobilienmarkts abdecken und zusammen ein Portfolio von mehr als 42 Milliarden Euro halten. Er wurde von Pulse (CFE-Gruppe) in Zusammenarbeit mit dem Belgian Green Building Council (BGBC) und dem Fachverlag Expertise erstellt. (belga/rt)

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