Ein Spaziergänger hatte am Montag Alarm geschlagen, nachdem er erhebliche Zerstörungen an einem Abschnitt des erst vor knapp zwei Jahren vollständig erneuerten Bohlenwegs entdeckt hatte. Die rund 20 Meter lange Passage wurde nach Angaben von Renard „stark beschädigt“, offenbar um den Quadfahrern eine Durchfahrt von einer Seite des Venns zur anderen zu ermöglichen. Teile der Konstruktion – Pfosten, Tragbalken und Bretter – seien abgerissen oder zerstört worden. Der normalerweise etwa 80 Zentimeter über dem Boden verlaufende Steg sei beinahe vollständig niedergewalzt worden.
Doch die Verwüstungen beschränkten sich nicht auf den Bohlenweg. Laut Renard zeigen die Reifenspuren, dass die Fahrer nicht nur durchgefahren seien, sondern sich über mehrere Hektar im Gelände ausgetobt hätten. Er spricht gegenüber der RTBF von einem regelrechten „Rodéo“. Die Spuren zeugten davon, dass die Fahrzeuge wiederholt im selben Bereich gedreht hätten – mit gravierenden Folgen für die extrem empfindliche Vegetation.
Besonders bitter sei dies, weil es sich um einen streng geschützten Naturraum handele, so Renard weiter. Das Venn von Malchamps gehöre zu den seltensten und bedrohtesten Lebensräumen der Region, mit Pflanzen, die nur sehr langsam wachsen und äußerst spezifische klimatische Bedingungen benötigen. „Das ist ein kleines naturkundliches Juwel“, sagt Renard gegenüber der RTBF. Wiederholtes Überfahren könne langfristige Schäden verursachen, die kaum zu beheben seien.
Neben den Umweltschäden steht nun auch eine aufwendige Reparatur an: Der beschädigte Bohlenweg muss mit erheblichem Material- und Personalaufwand wieder instand gesetzt werden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, auch wenn die Identifizierung der Täter schwierig sein dürfte. Den Verantwortlichen drohen empfindliche Strafen – mehrere tausend Euro Bußgeld sind möglich, da gleich mehrere Umwelt- und Infrastrukturverstöße vorliegen.
In seinen 30 Jahren als Förster habe Renard Schäden dieses Ausmaßes noch nie gesehen, betont er: Fahrzeuge im Wald seien nichts Ungewöhnliches, „aber ein solcher Angriff auf ein so einzigartiges Gebiet ist eine Premiere“. (rt)

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