„Wir werden hier künftig alle unsere Kontroll- und Leitstellen bündeln. Das Nervenzentrum unserer Netzsteuerung wird in Jupille entstehen“, sagt RESA-Generaldirektor Gil Simon. Bisher diente der Komplex hauptsächlich der Gasversorgung. Nach dem Umbau soll er jedoch modernisierte Infrastruktur für Gas und Strom beherbergen.
Das Konzept sieht nicht nur eine technische Erneuerung vor, sondern auch neue Büroflächen, darunter ein Schulungszentrum und ein Kundenservice-Bereich. Hinzu kommt ein neuer Werkstatttrakt mit den nötigen Einrichtungen für technische Arbeiten sowie ein Raum für praktische Trainings.
Mehrere ältere Gebäude wurden bereits abgerissen, um Platz für eine einzige, kompakte Anlage zu schaffen. „Die Idee ist, alle Aktivitäten in einem Neubau zu vereinen, der effizienter ist und das Gelände nicht länger zerteilt“, erklärt Architekt Fabrice Rossi vom Büro BAHG.
Das historische Gebäude an der Straße bleibt stehen, wird modernisiert und in den Neubau integriert.

Energieeffizienz im Mittelpunkt – Solaranlage und Stadtgrün
Das Projekt soll RESA auch ermöglichen, deutlich bessere Energieeffizienzwerte zu erreichen. Geplant sind 673 Solarmodule, neue Systeme zur Wärmerückgewinnung sowie eine verbesserte Belüftungstechnik.
Der Standort soll künftig den Anforderungen des Q-ZEN-Standards (Quasi Nullenergie-Gebäude) entsprechen. Zusätzlich wird das Gelände begrünt: 50 neue Bäume werden im Rahmen des „Plan Canopée“ der Stadt Lüttich gepflanzt.
Pilotprojekt für Wasserstoff – Ausbildung eingeschlossen
Ein weiteres innovatives Element ist ein Pilotprojekt zum Einsatz von Wasserstoff im Energienetz. Auf einem Testnetz soll untersucht werden, wie der CO₂-arme Energieträger sicher eingesetzt werden kann. Parallel dazu werden Techniker theoretisch und praktisch geschult.
„Wir wollen besser verstehen, wie diese neue Molekül funktioniert und wie wir die Sicherheit dieses Energieträgers, der sich erheblich von Methan unterscheidet, künftig gewährleisten können“, sagt Simon Lachi, Innovationsleiter bei RESA.
Das Wasserstoffprojekt wird vollständig von der Wallonischen Region subventioniert – mit rund 6 Millionen Euro. Die entsprechende Genehmigung soll noch Ende des Jahres vorliegen.
Investitionen von 15 Millionen – Ans-Standort wird geschlossen
Die Modernisierung des Zentrums – ohne das Wasserstoffprojekt – schlägt mit 15 Millionen Euro zu Buche. Eine Million davon ist ein öffentlicher Zuschuss für den neuen Leitstand.
Der RESA-Standort in Ans wird geschlossen, was laut Unternehmen eine lukrative Veräußerung ermöglicht, die einen Großteil der Investitionen in Jupille decken könnte.
Hauptauftragnehmer ist das Bauunternehmen Franki. Die Fertigstellung des neuen Zentrums ist für Oktober 2027 geplant. (belga/calü)

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