Gregor Freches warnt bei EU-Sportministerrat vor exklusiven Ligen

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Gregor Freches (rechts) und der dänische Kulturminister Jakob Engel-Schmidt. | Foto: Kabinett Gregor Freches/Jennifer Kniepen

In der Debatte zum Thema „Demokratie und Transparenz im Sport“ kritisierte Freches insbesondere Demokratiedefizite in internationalen Verbänden sowie die Zunahme exklusiver Ligen wie der geplanten „Super League“ im Fußball.

Sportverbände seien zwar autonom, erklärte Freches, diese Autonomie bedeute jedoch keine Freiheit von Rechenschaft. „Good Governance ist nicht nur ein technischer Rahmen, sondern ein Mittel, um Rechenschaftspflicht, demokratische Werte und Transparenz im Sport zu verwirklichen“, so der Minister. Er sprach sich für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigenständigkeit der Verbände und politischer Co-Regulierung aus. Öffentliche Fördergelder könne man künftig an klare ethische und transparente Kriterien koppeln – verbunden mit praktischen Instrumenten wie Chartas, Musterstatuten oder Schulungen.

Gregor Freches sieht Gefährdung der „Grundgedanken unseres Sportmodells“.

Besorgt zeigte sich Freches über Entwicklungen wie geschlossene, kommerzielle Ligen, die das solidarische europäische Sportmodell unter Druck setzen. Mittel müssten weiterhin zwischen Spitzen- und Breitensport verteilt werden. Der Minister warnte: „Die Konzentration der Einnahmen sowie die Schwächung lokaler Vereine und regionaler Wirtschaftszweige gefährden den Grundgedanken unseres Sportmodells.“

„Kampf gegen Doping ist ein Kernanliegen der Integrität des Sports.“

Zur Stärkung von Demokratie und Integrität im Sport schlug Freches mehrere konkrete Maßnahmen vor: verbindliche Solidaritätsklauseln, die Veranstalter und Ligen zur Unterstützung des Breitensports verpflichten, eine messbare Umverteilung der Gewinne privater Akteure, die Kopplung von Fördergeldern an soziale und lokale Auswirkungen sowie die gezielte Einbindung von Profisportlern als gesellschaftliche Vorbilder. Nur eine geeinte europäische Position könne sicherstellen, dass der Sport fair, offen und demokratisch bleibe, betonte Freches.

Zweiter Schwerpunkt der Sitzung war die Annahme einer überarbeiteten EU-Entschließung zur Vertretung der Mitgliedsstaaten im Stiftungsrat der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. Juli 2026 für eine klar strukturierte, gut koordinierte europäische Vertretung im WADA-Gremium sorgen.

„Der Kampf gegen Doping ist ein Kernanliegen der Integrität des Sports“, sagte Freches – und sprach von einem wichtigen Schritt im globalen Anti-Doping-Einsatz. (red/nc)

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