Hälfte der Belgier verdient mehr als 4.000 Euro brutto – Indexdeckel könnte greifen

<p>Neue Zahlen: DieHälfte der Arbeitnehmer überschreitet hierzulande die geplante Indexgrenze.</p>
Neue Zahlen: DieHälfte der Arbeitnehmer überschreitet hierzulande die geplante Indexgrenze. | Foto: picture alliance/dpa

Besonders relevant ist dieser Wert, weil die Föderalregierung um Premier Bart De Wever (N-VA) plant, künftige Lohnindexierungen oberhalb dieser Grenze zu begrenzen. Konkret soll ab 2026 und erneut 2028 jener Teil eines Gehalts, der über 4.000 Euro pro Monat liegt, nicht mehr vollständig der automatischen Indexierung unterliegen.

Durchschnittslohn ebenfalls gestiegen

Die Analyse stützt sich auf die Lohndaten von 43.023 Beschäftigten aus dem privaten und öffentlichen Sektor. Demnach ist auch der durchschnittliche Bruttolohn weiter gestiegen – von 4.333 Euro im Vorjahr auf 4.420 Euro im laufenden Jahr. Das entspricht einem Plus von 87 Euro pro Monat.

Die Gehaltssteigerung ziehe sich laut Jobat durch alle Bevölkerungsgruppen, was sowohl auf normale Lohnentwicklung als auch auf die regelmäßige Inflationsanpassung zurückzuführen sei.

Politisch brisant: Wie viele Beschäftigte trifft die Reform?

Mit dem neuen Medianwert wird klar: Rund die Hälfte der Erwerbstätigen wäre von der geplanten Begrenzung der Lohnindexierung betroffen. Wie stark, hängt vom jeweiligen Gehaltsniveau ab. Wer beispielsweise 4.800 Euro brutto verdient, würde künftig nur noch den Betrag bis 4.000 Euro indexiert bekommen – während 800 Euro unverändert blieben.

Ziel der Reform ist es, die Arbeitskosten im oberen Einkommenssegment zu bremsen und den Haushalt zu entlasten. Kritiker warnen allerdings davor, dass eine solche Maßnahme das Nettoeinkommen vieler Fachkräfte, Führungskräfte und Beamter langfristig schwächen könnte.

Viele Fragen noch offen

Zwar hat sich die Regierung grundsätzlich auf die Maßnahme geeinigt, doch zahlreiche Details sind weiterhin ungeklärt. Offen ist unter anderem, ob Sonderleistungen, variable Vergütung oder Zulagen ebenfalls in die Berechnung einfließen sollen – und wie stark Tarifverhandlungen davon beeinflusst werden.

Fakt ist: Mit steigenden Löhnen und hoher Inflation bleibt die Indexierung ein politisches Reizthema, das in den kommenden Monaten wohl erneut hitzig diskutiert wird. (belga/calü)

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