Auslöser war eine Welle von Medienberichten, in denen mehrere Dutzend Frauen von unangemessenem oder übergriffigem Verhalten des Arztes berichteten. Der Gynäkologe arbeitete unter anderem am Krankenhaus Tirlemont (RZ Tienen) sowie am Universitätsklinikum Antwerpen (UZ Antwerpen).
„Einige geschilderte Vorfälle reichen bis zu 30 Jahre zurück“, sagte die Koordinatorin des Meldpunkts, Annick Deblauwe, am Montag.
Bereits am Samstag hatte die Staatsanwaltschaft Löwen eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, nachdem eine erste Frau am Freitag Anzeige erstattet hatte. Inzwischen sind es drei offizielle Beschwerden.
Am Samstag erreichte der Meldpunkt bereits über 150 Hinweise zu dem Gynäkologen. Bis zum Ende des Wochenendes waren es 201 Meldungen. „Aus den Rückmeldungen geht hervor, dass frühere Hinweise nie weiterverfolgt wurden. Einige Betroffene haben sich deshalb an die Medien gewandt“, erläutert Deblauwe.
Seit Bekanntwerden des Falls sei die Telefonzentrale des Meldpunkts „dauerhaft überlastet“. Um alle Betroffenen erreichen zu können, habe man kurzfristig zwei zusätzliche Telefonleitungen eingerichtet. Die Meldestelle, die an die Justiz geknüpft ist, setzt sich mit Fällen unterschiedlicher Formen von Grenzüberschreitungen auseinander.
Neben den Beschwerden über den betreffenden Gynäkologen gingen beim Meldpunkt auch rund 30 Hinweise zu anderen Gesundheitsdienstleistern ein. Diese würden ebenfalls geprüft, betont die Koordinatorin. (belga/calü)

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