Immer mehr niederländische Produkte landen in belgischen Einkaufswagen

<p>Lebensmittelmarkt im Wandel: Belgier greifen zunehmend zu Produkten aus den Niederlanden.</p>
Lebensmittelmarkt im Wandel: Belgier greifen zunehmend zu Produkten aus den Niederlanden. | Foto: belga

Der Anteil belgischer Waren an den Ausgaben für Lebensmittel und Getränke ist 2023 auf 62,3 Prozent gefallen. 2010 lag dieser Wert noch rund fünf Prozentpunkte höher. „Zum Vergleich: In Frankreich und Deutschland liegt der Anteil einheimischer Produkte bei etwa 75 Prozent“, erklärt Carole Dembour, Ökonomin bei Fevia.

Parallel dazu hat der Marktanteil niederländischer Lebensmittel stark zugelegt – er hat sich in den vergangenen Jahren auf 16 Prozent verdoppelt. Der Grund scheint klar: Die niederländischen Ketten Albert Heijn und Jumbo haben ihre Präsenz in Flandern massiv ausgebaut und beliefern ihre Filialen größtenteils direkt aus den Niederlanden. Belgische Lebensmittelproduzenten hätten es besonders bei Eigenmarken zunehmend schwer, dort noch Fuß zu fassen, so Dembour.

Zusätzlich spiele auch der Grenzhandel eine Rolle, insbesondere in Regionen nahe der französischen Grenze, wo viele Belgier regelmäßig im Ausland einkaufen.

Hoher Druck auf belgische Hersteller

Der Wettbewerbsdruck auf belgische Lebensmittelhersteller sei im Inland inzwischen höher als im Ausland, betont Fevia. Dabei ist die Branche stark exportorientiert – rund die Hälfte des Umsatzes stammt aus internationalen Märkten. „Belgische Marken stehen im Ausland oft für Qualität und Sicherheit. Viele Unternehmen setzen deshalb gezielt auf Nischenprodukte mit hoher Wertschöpfung, statt wie früher auf große Mengen“, erklärt Dembour. Die neue Fevia-Generaldirektorin Ann Wurman ergänzt, dass bei Qualitätsprodukten mehr Preisspielraum bestehe. Doch auch der globale Wettbewerb nimmt zu: Vor allem Asien, Lateinamerika und Osteuropa haben ihren Anteil am weltweiten Lebensmittelexport zuletzt deutlich erhöht – zulasten Westeuropas und Nordeuropas.

Verhaltene Erholung nach schwierigem Jahr

Trotz allem sieht Fevia für die erste Hälfte von 2025 Anzeichen einer leichten Erholung nach einem schwachen Jahr 2024. Der Umsatz der Branche lag 5,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. „Das ist zur Hälfte ein Volumeffekt, zur Hälfte ein Preiseffekt“, so Dembour. Die Produktion sei im gleichen Zeitraum um 2,8 Prozent gestiegen. (belga/calü)

Kommentare

  • Der Verband der belgischen Lebensmittelindustrie (Fevia) warnt vor einer „zunehmenden Belieferung aus den Niederlanden“ und einer „Raserei nach dem niedrigsten Preis“. Ne is klar, dann sollen die mal auf die Preise gucken. Klar umsonst bekommt man nichts, allerdings sind die Preise dieser Produkt wirklich anders. Und das vergleichen wird noch mehr , wenn demnächst weniger im Portmonee ist .

  • Fragt der Staat und das betreffende Ministerium sich (Öffentlich)wieso & warum man Einkäufe im nahen Ausland(NL, D, F) macht.
    Dash Seifenpulver (Anti-Allergiker) in B: 14,95€, in D: 4,75€...pro Kg.
    In Zukunft wird unser kaufkracht sowieso noch abnehmen...siehe Indexanpassungen, keine Gehaltsund Rentenerhöhungen bzw.die Produkte die noch teurer werden.

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