Belgische Knochenfunde liefern Schlüssel zur Herkunft der Hauskatze

<p>Katzenknochen aus Brüssel lieferten entscheidende Hinweise zur Herkunft der Hauskatze.</p>
Katzenknochen aus Brüssel lieferten entscheidende Hinweise zur Herkunft der Hauskatze. | Foto: Institute of Natural Sciences

Damit wird das bisherige Bild der Besiedlung deutlich korrigiert. „Nicht die ersten Bauern aus dem Nahen Osten brachten die Katze nach Europa, sondern spätere Handelsnetzwerke rund um das Mittelmeer“, erklärt Archäozoologin Bea De Cupere.

Frühere Untersuchungen auf Basis von mitochondrialer DNA deuteten darauf hin, dass Katzen bereits im Neolithikum – also vor 6.000 bis 7.000 Jahren – zusammen mit frühen Landwirtschaften nach Europa gelangt sein könnten. Die neue Studie zeichnet jedoch ein deutlich anderes Bild.

Die Forschenden nutzten genetisches Material aus dem Zellkern, was eine viel genauere Bestimmung der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Katzenpopulationen ermöglichte. Dafür kombinierten sie genetische Daten heutiger Tiere mit DNA aus archäologischen Katzenresten von insgesamt 97 Fundstellen in Europa und dem Nahen Osten – darunter auch Knochen aus Ausgrabungen im historischen Zentrum von Brüssel (Parking 58) und in Tongern.

„Moderne DNA-Technik erlaubt uns Einblicke, die allein anhand von Form oder Größe der Knochen nie möglich gewesen wären“, erklärt Archäozoologe Wim Van Neer vom Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es keinen einzigen „Ursprungsort“ der Katzendomestikation gab. Vielmehr scheinen mehrere Regionen und Kulturen in Nordafrika entscheidend gewesen zu sein. (belga/rt)

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