Zerstückelung Einhalt geboten

<p>Die Preise für Agrarflächen unterliegen geografischen Unterschieden - größtenteils abhängig von Standort/Lage und Topografie, die in der Wallonie zum (preislichen) Handicap werden können.</p>
Die Preise für Agrarflächen unterliegen geografischen Unterschieden - größtenteils abhängig von Standort/Lage und Topografie, die in der Wallonie zum (preislichen) Handicap werden können.

Innerhalb der letzten Jahre haben landwirtschaftliche Flächen quer durch Belgien eine stattliche Hausse gekannt, die nach einer leichten Preisstockung im Jahre 2018 so nicht zwingend zu erwarten war. Trotzdem können einzelne Regionen von Jahr zu Jahr teils erheblichen Schwankungen unterliegen. Auch sind es nicht allein Fläche und Lage (namentlich die verkehrstechnische Erreichbarkeit), die den Preis bestimmen. Besonders die Art und somit die wirtschaftliche Ergiebigkeit des Untergrunds ist mitentscheidend für das Preisgefüge, ferner die mitunter teilweise Ausweisung als Bauland (vor allem in der Provinz Luxemburg nach wie vor der Fall).

Bevorzugte Gebiete in der Wallonie bleiben weiterhin Famenne und Condroz, wo beim Verkauf von frei werdendem Grund und Boden oft ein regelrechter Preiskrieg ausgetragen wird (nicht selten animiert von flämischen Interessenten).

Auch sind die einzeln ausgewiesenen Agrarflächen in der Wallonie meist größer als in Flandern, wenngleich aufgrund der Topografie vielfach an schwierigen Orten und ebenfalls in geringerer Qualität. Faktoren, die auf den Preis drücken, wogegen in Flandern jeder verfügbare Hektar gleich teuer veräußert werden kann.

Selbst wenn zuletzt die Durchschnittsgröße geschrumpft ist, konnte der Zerstückelung Einhalt geboten werden. Viele Käufer haben nämlich Parzellen im Sinne großflächiger Bewirtschaftungsräume erworben. Heißt: Durch den Kauf einzelner kleiner(er) Grundstücke generieren die Betreiber zunehmend zusammenhängende Areale. Weshalb es für solche kleinen Parzellen oft auch nur zwei, drei angrenzende Bewerber gibt - ohne massive, preistreibende Konkurrenz.

Die verkaufte Fläche pro Transaktion schrumpft weiter. Während es in der Wallonie im Schnitt 1,2 Hektar sind, wickelten die Notare in Flandern Verkäufe von 1,0 Hektar und vielfach darunter ab. Im Blick zurück auf die sechs Jahre (2018-2023) ist die Größe der verkauften Flächen insgesamt um knapp 25 Prozent geschrumpft. Der Grund ist ein einfacher: Es steht kaum noch attraktives, sprich: ertragreiches Agrarland zur Verfügung.

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