Frankfurt am Main/Eupen
Jeder braucht es, jeder benutzt es und fast alle hätten gerne mehr davon: Geld. Doch wie und von wem Geld eigentlich gemacht wird und wie es letztlich in die Wirtschaft gelangt, darüber sind sich nur die allerwenigsten im Klaren.
Auf Spurensuche begaben sich am Freitag, 26. April, die Wirtschaftsklassen des 5. und 6. Jahres der Pater-Damian-Sekundarschule aus Eupen. Mit reichlich Proviant und mit dem nötigen Basiswissen aus ihren Wirtschaftsunterrichten machten sich die knapp 80 Schülerinnen und Schüler schon im Morgengrauen auf den Weg nach Frankfurt am Main.
Verteilt auf zwei Busse und begleitet von ihren fünf Lehrerinnen und Lehrern steuerten sie zuerst das Geldmuseum der Bundesbank an. Deren interaktive Ausstellung bot zunächst einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Geldes, die Rolle der Banken, die Gefahren von Inflation und Deflation sowie den Aufbau und die Funktionsweise des Eurosystems.
Im frühen Nachmittag stand dann mit dem Besuch der Europäischen Zentralbank (EZB) der Höhepunkt des Tages an. Denn mit dem Wirtschaftswissenschaftler Dr. Arne Gieseck hatte sich ein hochrangiger EZB-Mitarbeiter zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion angekündigt. Dr. Gieseck analysiert, im Auftrag der Europäischen Zentralbank, die makroökonomische Entwicklung im Euroraum und steht den Entscheidungsträgern der EZB beratend zur Seite. In seinem Vortrag rückte er insbesondere die aktuelle Niedrigzinspolitik in den Mittelpunkt und machte verständlich, warum die Zentralbank auch in den kommenden Monaten an den historisch niedrigen Leitzinsen festhalten will.
Spannung kam in der anschließenden Diskussionsrunde auf. Viele Schüler nutzten die Gelegenheit, die ein oder andere – teils auch kritische – Frage zu stellen. So wollten einige wissen, wie sich das Bestreben der EZB, das Wachstum im Euroraum anzukurbeln, mit ökologischen Zielen vereinbaren lasse. Andere fragten nach der Bedeutung von sozialer Ungleichheit und Umverteilung.
Wieder andere wollten weitere Details zur Funktionsweise unseres Geldsystems in Erfahrung bringen.
Abgerundet wurde der Besuch mit einer kurzen Führung durch das Besucherzentrum der EZB. Mit vielen neuen Eindrücken und reichlich Denkanstößen im Gepäck trat die Schülergruppe schließlich im späten Nachmittag die Rückreise nach Eupen an.

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren