Krankengeld nur noch mit jährlicher Bestätigung vom Arzt

<p>Frank Vandenbroucke setzt auf strengere Regeln und mehr Prävention bei Langzeitkranken.</p>
Frank Vandenbroucke setzt auf strengere Regeln und mehr Prävention bei Langzeitkranken. | Foto: belga

Mit dem neuen Abkommen sollen bis 2030 rund 1,9 Milliarden Euro bei den Langzeitkrankschreibungen eingespart werden. Ziel ist es, 100.000 Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen.

Vandenbroucke schlägt dafür ein Bündel ergänzender Maßnahmen vor. Ein Teil davon soll helfen, Langzeiterkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen. So ist unter anderem ein Burn-out-Präventionsplan vorgesehen.

Zudem soll die Begleitung der Patienten deutlich verstärkt werden. Bisher war die Dauer der Krankschreibung im ersten Jahr auf drei Monate begrenzt. Künftig soll sie auf drei Wochen reduziert werden. Außerdem ist der Arzt verpflichtet, jeden Patienten mit längerem Krankenstand mindestens einmal jährlich zu einer Konsultation zu sehen – auch mit Blick auf eine mögliche Rückkehr in den Beruf.

Das Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv/Inami) soll festlegen, welche Gruppen von den Krankenkassen prioritär zu einer Bewertung ihres Arbeitsfähigkeitspotenzials eingeladen werden. Laut Kabinett Vandenbroucke sollen bis 2029 rund 218.000 Dossiers neu geprüft werden. In dieser Gruppe rechnet man mit einem durchschnittlichen Anstieg von 17 Prozent an Personen, die aus der Arbeitsunfähigkeit herauskommen.

Vorgesehen ist zudem ein Anreiz für Unternehmen: Die Wiedereinstiegsprämie für Arbeitgeber soll erhöht werden, wenn sie einer als arbeitsunfähig geltenden Person die Chance auf eine teilweise Rückkehr in den Beruf geben – für mindestens drei Monate. (belga/rt)

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