CHR-Debatte eskaliert: Verviers wehrt sich gegen Umzug nach Battice
Gemeinderat
Lesedauer: 2 min
Die Zukunft des neuen Centre hospitalier régional (CHR) hat am Montagabend überraschend den Gemeinderat von Verviers beschäftigt. In Eile musste über den neuen Strategieplan des Krankenhauses abgestimmt werden, nachdem ein Projektleiter eingesetzt worden war, um eine mögliche Verlagerung zu prüfen. Die Diskussion führte zu deutlichen Spannungen zwischen Mehrheit und Opposition.
Der Gemeinderat von Verviers ringt um die Zukunft des neuen CHR – eine Standortverlagerung sorgt für heftige Diskussionen.
| Foto: Photo News
Freddy Breuwer (LRV) erinnerte an die angespannte Finanzlage der Stadt und verwies auf die geschätzten Kosten von rund 500 Millionen Euro für den Neubau. Zudem habe Verviers in der Vergangenheit die Defizite der Institution bereits mehrfach getragen.
Auch die anderen Oppositionsfraktionen beklagten mangelnde Informationen. Für Hajib El Hajjaji (Ecolo) vermittelt der Strategieplan den Eindruck, „dass alles schon beschlossen sei“, obwohl zwei entscheidende Fragen unbeantwortet blieben: Welches Krankenhausmodell verfolgt das CHR – und worin unterscheidet es sich von dem, was es heute gibt? Zudem fehle eine Analyse der wallonischen und föderalen Rahmenbedingungen.
László Schonbrodt (PTB) wurde deutlich und sprach von „Missachtung“ gegenüber dem Gemeinderat, zumal die Stadt Hauptaktionärin des Krankenhauses sei. Er kritisierte die Aussagen von Vizepräsident Pierre-Yves Jeholet, der sich in der Lokalpresse für einen Standort in Battice ausgesprochen hatte. „Solche Entscheidungen müssen in öffentlichen Organen diskutiert werden. Der Minister äußert sich, als ob unsere Meinung nichts zähle“, so Schonbrodt.
Mehrere Stimmen der Mehrheit betonten hingegen ihre klare Haltung: Das CHR müsse in Verviers bleiben. „Die Möglichkeit einer Verlagerung ist gefährlich und weckt falsche Erwartungen“, erklärte Aya Darfoufi (PS).
Bürgermeister Maxime Degey bekräftigte, dass nie ein Projekt außerhalb von Verviers unterstützt wurde. Die Stadt müsse „das Schicksal des Krankenhauses selbst in die Hand nehmen“ und einen konkreten Standort vorschlagen.
Letztlich wurde der Punkt aufgeschoben, um eine juristische Analyse durchzuführen und die Interessen der Stadt zu sichern. Es sei bereits das vierte Mal, merkte Claude Orban (Eau Centre) an – „und wir brauchen dringend Stabilität“. (belga/rt)
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren