Überbelegung und Personalmangel: Gefängniskrise verschärft sich

<p>In belgischen Gefängnissen schlafen derzeit 580 Häftlinge auf dem Boden – ein neuer Rekord.</p>
In belgischen Gefängnissen schlafen derzeit 580 Häftlinge auf dem Boden – ein neuer Rekord. | Illustrationsbild: belga

Besonders angespannt ist die Lage im flämischen Landesteil: Dort schlafen 332 Häftlinge am Boden. In Antwerpen sind es 69, in Termonde 56 und in Gent 40. Auch in der Wallonie ist die Situation kritisch: 232 Insassen sind dort betroffen – am stärksten in Mons mit 44 Gefangenen (darunter acht Frauen), gefolgt von Nivelles (39), Marche (35, darunter fünf Frauen) und Leuze (34). In der neuen Brüsseler Haftanstalt Haren schlafen derzeit 16 Häftlinge auf Matratzen.

Die Lage spitzt sich weiter zu, auch wegen der für Dienstag und Mittwoch angekündigten Streiks im Gefängnispersonal. Laut den bisher eingegangenen Streikerklärungen könne in keiner Haftanstalt der Mindestdienst garantiert werden. Die Polizei müsse eingesetzt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. In Saint-Gilles wurde bereits das Rote Kreuz gebeten, die Versorgung mit Mahlzeiten zu übernehmen.

Die Gefängnisdirektionen fordern dringend die Einführung eines Mindestdienstes gleich zu Beginn jedes Streiks. Einige Gewerkschaften – darunter die CGSP und das SLFP – haben bereits angekündigt, ab dem 1. Dezember nur noch Mindestdienst leisten zu wollen, um gegen die Überbelegung und den Personalmangel im Justizvollzug zu protestieren. (belga/rt)

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