Am Mittwoch (21.00 Uhr) steigt das Gipfeltreffen der Königsklasse bei Englands Spitzenreiter FC Arsenal - mit Karl? Der Super-Bubi griff sich spät im Spiel an die Hüfte und musste mit Schmerzen vom Platz (71.). Er erhielt stehende Ovationen.
Yuito Suzuki (12.) und Johan Manzambi (17.) ließen Freiburg vom ersten Bundesliga-Sieg beim anfangs schlafmützigen Rekordmeister träumen. Doch Karl (21.) und Olise (45.+2), der an allen Bayern-Toren beteiligt war, sorgten für den Ausgleich. Dayot Upamecano (55.), Torgarant Harry Kane mit seinem 14. Saisontreffer (60.), Joker Nicolas Jackson (78.) und abermals Olise (84.) wendeten das Blatt endgültig. Dass die Münchner die Tabelle am 43. Spieltag in Folge anführen würden, war vorher klar - eingestellter Rekord. Das Schweigen der Fans aus Protest gegen schärfere Sicherheitsmaßnahmen in Stadien dauerte auch in der Allianz Arena zwölf Minuten. Als sich die Südkurve schon bereit zum Anfeuern machte, fiel das verdiente 0:1 für die wesentlich aktiveren Gäste. Bei einer einstudierten Eckenvariante verlängerte Matthias Ginter den Ball am ersten Pfosten sehenswert mit der Hacke, der ungedeckte Suzuki schoss aus sieben Metern ohne Mühe ein.
Auch dem 0:2 ging ein Eckstoß von Jan-Niklas Beste voraus, Manzambi behielt gegen Upamecano sowie Olise die Lufthoheit und köpfte von der Fünferlinie aus ein. Jetzt endlich erwachten die Bayern und kamen bei Minusgraden langsam auf Betriebstemperatur. Nach einem traumwandlerischen Solo von Olise vollstreckte Karl eiskalt zum Anschluss. Doch in der Folge gerieten die Angriffe zu holzschnittartig: Immer wieder wurde Rechtsaußen Olise gesucht, der sich in der dicht gestaffelten Freiburger Hintermannschaft ein ums andere Mal fest lief. Auch fehlte die ordnende Hand von Joshua Kimmich. Der Mittelfeldchef wurde nach seiner Knöchelblessur geschont, die Doppelsechs mit Aleksandar Pavlovic und Leon Goretzka sorgte weder für Stabilität noch Vorwärtsdrang. Und so brauchte es einen Doppelpass zwischen Karl und Olise sowie einen Gewaltschuss des Franzosen für den Ausgleich.
Mit der Hereinnahme von Konrad Laimer (46.) für Goretzka und dem Verschieben von Linksverteidiger Tom Bischof auf dessen Position hatte das Münchner Spiel dann endlich mehr Struktur. Die Folge war die übliche Dominanz. Nach einer Ecke von Olise staubte Upamecano zur erlösenden Führung ab. Beim 4:2 gelangte der Ball abermals über Olise und Karl sowie Pavlovic zu Torschütze Kane. Wirbler Olise legte bei einem Konter auch das fünfte Tor auf - und traf in Schlussphase noch einmal selbst. Dazu feierte Verteidiger Hiroki Ito nach langer Verletzungspause sein Saisondebüt (83.).
Der deutsche Nationalspieler Undav verhinderte derweil mit einem Dreierpack (47., 71., 90.+1) den ersten BVB-Erfolg gegen den VfB Stuttgart nach fünf Pflichtspielpleiten in Serie. Die Stimmung könnte vor der Mitgliederversammlung am Sonntag, auf der Hans-Joachim Watzke nach über 20 Jahren als Geschäftsführer zum Vereinspräsidenten gewählt werden soll, besser sein. Kapitän Emre Can mit einem umstrittenen Foulelfmeter (34.), Maximilian Beier (41.) und ausgerechnet Karim Adeyemi (89.) brachten Dortmund im ersten von acht Spielen bis Weihnachten, in denen Dortmund sechsmal daheim antritt, mehrmals in Führung. Doch Undavs, der seine Treffer fünf, sechs und sieben in den letzten sechs Spielen erzielte, konterte jeweils für den VfB. BVB-Trainer Niko Kovac verzichtete nach dessen Waffenbesitz-Affäre auf Adeyemi in der Startelf, der Angreifer, den der Coach nicht „verbannen“ will, saß zunächst auf der Bank und wurde erst in der Schlussphase eingewechselt. Gegenüber dem enttäuschenden 1:1 beim Hamburger SV vor der Länderspielpause nahm Kovac zwei Änderungen vor: Für Pascal Groß und Daniel Svensson spielten Julian Brandt und Felix Nmecha. VfB-Coach Sebastian Hoeneß wechselte dreimal.
Als beide Fanlager noch aus Protest gegen geplante schärfere Sicherheitsmaßnahmen schwiegen, wackelte die BVB-Abwehr ein paarmal bedenklich. Doch der VfB bekam den letzten Pass nicht an den Mann. Kaum war die Lautstärke wieder aufgedreht, verzeichnete Dortmund mit einem Kopfball von Serhou Guirassy die erste Torchance des Spiels (13.). Stuttgart war weiter die ballsicherere und zielstrebigere Mannschaft, doch die Gastgeber hielten stärker dagegen als in der Anfangsphase. Offensiv sprangen aber nur ein paar Distanzschüsse heraus. Die Führung hatte der BVB Undav zu verdanken: Der VfB-Stürmer brachte ungestüm Nico Schlotterbeck im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Benjamin Brand entschied auf Elfmeter, der Kölner Keller äußerte keinen Widerspruch - Can verwandelte platziert. Plötzlich lief das Kombinationsspiel auch beim Kovac-Team runder. Das 2:0 resultierte aus einem gelungenen Angriff über rechts, Guirassys Schuss wehrte Torhüter Alexander Nübel noch ab, doch Beier stocherte den Ball im zweiten Versuch über die Linie. Weitgehend unbedrängt machte Undav gleich nach der Pause mit dem Anschlusstreffer seine Beteiligung am Elfmeter wieder wett. Auf der Gegenseite bejubelten die Dortmunder die vermeintliche Entscheidung, als Guirassy völlig freistehend traf - doch nach Videobeweis wurde auf Abseits entschieden. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. (sid/sc)

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