Dor verweist auf aktuelle Eurostat-Daten, die zeigen, dass die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in ganz Europa massiv eingebrochen sind: In Belgien sanken sie zwischen dem zweiten Quartal 2024 und 2025 um 49,1 Prozent, in Deutschland um 46,1 Prozent, in Frankreich um 19,4 Prozent und in den Niederlanden sogar um 49,5 Prozent.
Die Preise, die Landwirte für Speisekartoffeln erhalten, sind also überall stark gefallen – in Belgien sogar ähnlich stark wie in den Niederlanden oder Deutschland.
Auch im Einzelhandel zeigt sich in den Nachbarländern eine spürbare Entspannung: In Deutschland sind die Kartoffelpreise seit August 2024 um 24,8 Prozent gesunken, in Frankreich um 14,9 Prozent und in den Niederlanden um 13,7 Prozent. In Belgien dagegen bleiben die Kartoffelpreise im Einzelhandel nahezu unverändert. Zwischen August 2024 und Oktober 2025 beträgt der Rückgang lediglich 1,4 Prozent.
Supermärkte im Fokus der Kritik
Dass belgische Kartoffeln nicht billiger werden, obwohl die Produktionspreise massiv gesunken sind, könne laut Dor nicht allein damit erklärt werden, dass Landwirte ihre Ernte oft zu im Voraus festgelegten Preisen an Verarbeitungsbetriebe verkaufen. „Auch französische, niederländische und deutsche Bauern arbeiten so“, betont er. „Das erklärt die aktuelle Situation also nicht.“
Die Branchenorganisation Belgapom sieht die Verantwortung beim Einzelhandel. Geschäftsführer Christophe Vermeulen erklärt: „Es ist bekannt, dass lokal angebaute Obst- und Gemüsesorten die profitabelsten Margen im Einzelhandel bringen.“ Gleichzeitig würden Supermärkte die Verpackungsbetriebe unter Druck setzen und „immer weitere Preissenkungen“ verlangen. (belga/calü)

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