Mit der Einführung von Train+ hat die SNCB ihr Tarifsystem im vergangenen Monat umfassend reformiert. Die beliebten Zehnerkarten gibt es nicht mehr. Stattdessen setzt die SNCB nun auf ein kostenpflichtiges Vorteilsmodell – monatlich oder jährlich erhältlich –, das unter anderem zusätzliche Rabatte am Wochenende und während der Nebenverkehrszeiten bietet. Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Reiseentfernung.
Ursprünglich hatte die SNCB das Ziel ausgegeben, mindestens eine Million Belgier vom neuen System zu überzeugen. Nach nur einem Monat ist bereits fast die Hälfte geschafft: Rund 50 Prozent der bisherigen Käufer entschieden sich dabei für die Jahresversion. Noch bis zum 4. Januar gilt ein Einführungsangebot, bei dem die Karte zum halben Preis erhältlich ist.
Großer Zuspruch bei Gelegenheitsreisenden – besonders bei Senioren
Nach Angaben der Bahn hat bereits ein Viertel aller Gelegenheitsreisenden – also Reisender ohne Abonnement – zur Train+-Karte gegriffen. Besonders auffällig: Bei den Senioren liegt die Quote sogar bei der Hälfte, obwohl diese Gruppe anfangs Kritik geäußert hatte. Die Seniorenorganisation Okra hatte etwa bemängelt, das neue System sei zu komplex und könne für längere Strecken teilweise teurer werden.
Technisch verlief der Start der neuen Tarifstruktur laut SNCB ohne Probleme. Dennoch kündigt die Bahn Nachbesserungen an. Ein zentrales Anliegen: Kunden sollen die Vorteilskarte und das jeweilige Zugticket künftig in einem einzigen Schritt kaufen können. Bislang sind dafür zwei getrennte Vorgänge notwendig. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren