Die Hauptgründe für ungenutzte Urlaubstage sind das Bedürfnis, „für den Notfall etwas zurückzubehalten“ (31,6 %) sowie eine zu hohe Arbeitsbelastung (25,9 %). Männer lassen häufiger Tage verfallen als Frauen (44,5 % gegenüber 38,4 %). Auch das Alter spielt eine Rolle: Je älter die Beschäftigten, desto eher behalten sie Urlaubstage zurück. So trifft dies auf 59,1 Prozent der über 55-Jährigen zu – im Vergleich zu 42,2 Prozent der 35- bis 54-Jährigen und 33,9 Prozent der unter 34-Jährigen. Im Schnitt bleiben rund fünf Tage ungenutzt.
17,5 Prozent der Befragten gaben an, keinen Bedarf verspürt zu haben, alle Urlaubstage zu nehmen. 7 Prozent erklärten, nicht ausreichend über ihren Resturlaub informiert worden zu sein.
Für Lode Godderis, Professor für Arbeitsmedizin an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven), spiegeln diese Verhaltensweisen auch die Unternehmenskultur wider: Manche Beschäftigte hielten Tage für mögliche Gesundheits- oder Betreuungsprobleme zurück, andere trauten sich nicht, ihren Urlaub vollständig zu nutzen – aus Angst vor Rückständen oder Kritik.
Seit dem 1. Januar 2024 können Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen gesetzliche Urlaubstage auf die zwei folgenden Kalenderjahre übertragen – etwa bei Mutterschaftsurlaub, Geburt, Adoption, Unfall, Berufskrankheit oder Krankheit, die die Urlaubsnahme verhindert. (belga/rt)

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