Dass die Krankheitszahlen in den ersten Herbstwochen anziehen, ist nicht ungewöhnlich. Mit sinkenden Temperaturen kursieren mehr virale Infektionen wie Erkältungen, Covid-19 oder Grippe. Doch 2024 kam die Welle früher und traf offenbar auch mehr Menschen.
„In diesem Jahr hat die Welle an Atemwegsinfektionen früher und breiter eingesetzt“, erklärt Kristel Minten, „Wellbeing“-Expertin bei Acerta. Zudem sei die Zeit nach den Sommerferien für viele stressig: „Der Arbeitsrhythmus muss neu aufgebaut werden, die Erwartungen sind hoch – das führt zu zusätzlicher mentaler und körperlicher Belastung. Diese Kombination macht anfälliger für Krankheiten.“
Interessant ist jedoch: Obwohl mehr Menschen krankgeschrieben waren, lagen die insgesamt geleisteten Krankheitstunden in beiden Monaten unter dem Niveau von 2023 und 2024. Die Ausfälle waren also kürzer, was auf weniger schwere Infektionen oder schnellere Genesung hindeuten könnte.
Ein weiterer Trend der ersten zehn Monate: 42,7 Prozent der Arbeitnehmer meldeten sich mindestens einmal kurzzeitig krank – etwas mehr als im Vorjahr. Trotzdem führte das nicht zu einer höheren Gesamtbelastung durch Ausfallstunden.
Große Unternehmen verzeichnen laut Acerta überdurchschnittlich hohe Krankheitsraten. Am stärksten betroffen ist der Social-Profit-Sektor, also etwa Gesundheits- und Sozialdienste – Branchen, in denen das Personal traditionell stärker belastet ist und häufiger krankheitsbedingt ausfällt. (belga/calü)

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