Callcenter WEngage plant den Abbau von 400 Jobs

<p>Wie viele Stellen genau verloren gehen, ist unklar.</p>
Wie viele Stellen genau verloren gehen, ist unklar. | Foto: dpa

WEngage begründet den geplanten Abbau nach Darstellung der Gewerkschaften damit, dass mehrere Auftraggeber mehr Flexibilität verlangen. Ein großer Teil der gestrichenen Stellen solle künftig durch Zeitarbeitskräfte ersetzt werden. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Telenet, Luminus und Voo. Für Patrick Masson, ersten Sekretär des SETCa Lüttich, ist dies ein problematisches Signal. Er spricht von einer „Prekarisierung des Arbeitsmarktes“, da langjährige Beschäftigte gegen kurzfristig einsetzbare Kräfte ausgetauscht würden.

Das Unternehmen mit Sitz in Diegem betreibt mehrere Standorte in Belgien, darunter Niederlassungen in Lüttich, Hasselt und Ostende. Wie die Stellenstreichungen zwischen den einzelnen Standorten verteilt werden, ist nach Angaben von Christine Close von der CNE Lüttich-Verviers-Ostbelgien noch offen. Am Freitag sollen die ersten Gespräche zwischen Gewerkschaften und Unternehmensleitung beginnen.

Die CNE weist darauf hin, dass die geplanten Entlassungen überwiegend frankophone Mitarbeiter betreffen könnten. Laut Gewerkschafterin Ismahen Khaladi bevorzugt WEngage künftig stärker niederländischsprachige oder zweisprachige Beschäftigte. Hintergrund sei, dass das Unternehmen im Ausland bereits über viele französischsprachige Arbeitskräfte verfüge. WEngage ist nach eigenen Angaben in Marokko aktiv und betreibt Standorte in Suriname, den Niederlanden und in der Türkei. Die CNE führt den geplanten Abbau unter anderem auf den Verlust eines Vertrags mit dem Telekommunikationsanbieter Voo zurück.

In einer eigenen Mitteilung präzisiert WEngage die Zahlen. 125 Stellen sollen dauerhaft entfallen. Weitere 275 Positionen würden „größtenteils“ durch temporäre Arbeitsverhältnisse ersetzt. Ziel sei ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen fester und flexibler Belegschaft. Derzeit beschäftigt WEngage in Belgien etwa 1.200 fest angestellte Mitarbeitende sowie rund 190 Zeitarbeitskräfte. Zusätzlich arbeiten nach Unternehmensangaben rund 1.000 Personen für den Konzern in Marokko, der Türkei und in Suriname. WEngage verweist zudem auf strukturelle Veränderungen im Callcenter-Sektor. Automatisierung und die verstärkte Auslagerung von Dienstleistungen in Länder mit niedrigeren Lohnkosten hätten den Arbeitsmarkt deutlich verändert. Die geplante Neuausrichtung solle die Tätigkeiten in Belgien besser an die Bedürfnisse der Kunden anpassen und die Standorte langfristig sichern. (belga/mo)

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