Belgische Senioren wissen zu wenig über Impfungen

<p>Experten drängen auf Impfstrategie für ältere Menschen.</p>
Experten drängen auf Impfstrategie für ältere Menschen. | Foto: dpa

Von den 356 Befragten ab 60 Jahren gaben ganze 95 Prozent an, von der Wirksamkeit von Impfungen überzeugt zu sein; 89 Prozent halten sie für sicher. Dennoch herrscht große Unsicherheit: Fast die Hälfte weiß nicht, welche Impfungen für sie empfohlen sind und zu welchem Zeitpunkt sie diese bekommen sollten.

Nach Einschätzung von Neos verfügen viele ältere Menschen über zu wenig Informationen zu verfügbaren Impfstoffen. Nur 59 Prozent der Befragten hatten schon vom Impfstoff gegen das RSV-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus), das den Atemtrakt befällt, gehört. Noch geringer ist die Bekanntheit der Gürtelrose-Impfung: Nur 32 Prozent wissen davon.

Diese Informationslücken wirken sich direkt auf die Impfquote in Belgien aus. Besonders niedrig ist sie bei der Pneumokokken-Impfung: Nur 13,6 Prozent der über 65-Jährigen sind dagegen geschützt. Damit liegt Belgien weit unter der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine Rate von 75 Prozent anstrebt – und auch weit unter der Impfquote von 94 Prozent bei Kindern.

Der Seniorenverband betont, dass das strukturierte Impfsystem für Kinder ein Vorbild sein sollte. In der Französischen Gemeinschaft überwacht das Office de la Naissance et de l'Enfance (ONE), vergleichbar mit Kaleido in der DG, den Impfstatus der jüngsten Bevölkerung; in Flandern übernimmt die Agentur Kind & Gezin diese Aufgabe. Diese Dienste arbeiten mit klaren Impfkalendern, verschicken Erinnerungen, Einladungen und bieten verständliche Informationen an.

Ein ähnliches System brauche es dringend auch für Erwachsene und ältere Menschen, so Neos. Der Verband fordert deshalb die Einführung eines nationalen Impfplans für Senioren, der Orientierung bietet und Versorgungslücken schließt. (belga/calü)

Kommentare

  • Zumindest stimmt der Titel.

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