Licht statt Polizei: Belgische Städte testen neue Methode gegen nächtlichen Lärm

<p>Diese Botschaft wird in Löwen gezeigt.</p>
Diese Botschaft wird in Löwen gezeigt. | Foto: Stadt Löwen

Als typische Studenten- und Partyhochburgen kämpfen Löwen und Gent seit Jahren mit Problemen durch nächtlichen Partylärm. Bereits in einer früheren Testphase hatten beide Städte mit verschiedenen Lärmminderungs-Techniken experimentiert – und durchaus Erfolg.

In Löwen wurden damals in der Naamsestraat leuchtende Hinweise wie „Psst... Bitte Rücksicht!“ auf den Boden projiziert, um Nachtschwärmer zum Leisesein zu bewegen. Das Ergebnis war beeindruckend: Die Lärmbelastung sank um rund 30 Prozent.

Gent wiederum setzte im Viertel Rabot auf eine Kombination aus Licht- und Tonsignalen, um ein größeres Sicherheitsgefühl zu schaffen. Zusätzlich wurden Schallschutztafeln in den Straßen Sint-Jacobsnieuwstraat und Sint-Pietersnieuwstraat installiert.

Nun gehen beide Städte in eine neue Testphase über, die auf diesen Erkenntnissen aufbaut. In Löwen soll die Straßenbeleuchtung künftig flexibel angepasst werden: In der Brusselsestraat und der Vaarstraat wird das Licht je nach Lärmpegel gedimmt oder verstärkt. In der Naamsestraat und an der Kreuzung Tiensestraat/Herbert Hooverplein erscheinen nachts neue Projektionen mit Botschaften wie: „Nachtruhe-Störung kann bis zu 500 Euro kosten“ oder „Psst… Hier schläft der kleine Noa (11 Monate)“.

Auch in Gent werden ähnliche Leuchtbotschaften getestet. Beide Städte wollen in den kommenden Monaten herausfinden, welche Varianten am wirkungsvollsten gegen nächtliche Ruhestörungen sind.

Die ersten Ergebnisse werden im Frühjahr 2026 erwartet. Das Projekt ist Teil des europäischen Innovationsprogramms „City of Things“ und verfügt über ein Gesamtbudget von 1,6 Millionen Euro. (belga/calü)

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