Überfüllte Gefängnisse: Mehr als 500 Häftlinge schlafen auf dem Boden

<p>Ein Blick von außen auf die Haftanstalt in Mechelen</p>
Ein Blick von außen auf die Haftanstalt in Mechelen | Foto: belga

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden immer neue Rekorde beim Mangel an Betten gebrochen. Erst kürzlich wurde die Grenze von 400 überschritten, nun liegt die Zahl deutlich darüber.

Von den 39 belgischen Haftanstalten sind mehr als die Hälfte betroffen. Besonders gravierend ist die Situation in Flandern: Dort schlafen 294 Gefangene in zehn Gefängnissen auf dem Boden. Allein in Antwerpen sind es 63, in Gent 44 und in Dendermonde 37. Auch Oudenaarde (30), Hasselt (29), Brügge (27), Ypern (25), Turnhout (19) sowie Mechelen und Löwen (je 10) sind betroffen.

Selbst die moderne Haftanstalt von Haren bei Brüssel, erst vor Kurzem eröffnet, meldet inzwischen elf Bodenschläfer – ein Novum. Um die Lage kurzfristig zu entschärfen, sollen dort in 43 Zellen Etagenbetten eingebaut werden, anstelle der bisherigen Einzelbetten.

In der Wallonie schlafen derzeit 230 Häftlinge auf dem Boden. Besonders betroffen sind Mons (39, darunter 5 Frauen), Nivelles und Leuze (je 38) sowie Marche (35, darunter 4 Frauen). Auch Doornik (27), Namur (24), Lantin (15), Arlon (8), Jamioulx (5) und Huy (1) melden Engpässe.

Die Gewerkschaften und die Gefängnisverwaltung schlagen seit Monaten Alarm. Sie sprechen von unmenschlichen Bedingungen für die Häftlinge und einem wachsenden Sicherheitsrisiko für das Personal. „Wir befinden uns weiterhin in einer Krisensituation“, sagte die Sprecherin des Gefängniswesens, Kathleen Van De Vijver, am Mittwoch. Es brauche dringend kurzfristige Maßnahmen, um die Lage zu entschärfen.

Aktuell sitzen 13.455 Personen in belgischen Haftanstalten – ein dramatischer Anstieg: Am 2. Oktober, dem Aktionstag des Gefängnispersonals, waren es noch 13.173 Gefangene. In nur gut einem Monat kamen also über 280 zusätzliche Insassen hinzu.

Die Regierung steht damit weiter unter Druck, Lösungen für das chronische Platzproblem zu finden – ein Thema, das Belgien seit Jahren begleitet. (belga/calü)

Kommentare

  • Die haben wenigstens ein Dach über dem Kopf ,eine Matratze in geheizten Gebäude und 3 Mahlzeiten am Tag. Es gibt Menschen die ihre Sozialleistungen verlieren und praktisch vor dem nichts stehen aber sich immer an Gesetze gehalten haben.

  • Diese armen werden noch bedauert muss man sicher 4 Sterne hotels anmieten fürs diese
    VON dehnen unter Brücke spricht keiner auch nicht sptzenverdiener der Politik

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