Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollte die Polizei am Abend des 7. November ein verdächtiges Fahrzeug kontrollieren. „Der Fahrer entzog sich der Kontrolle und verlor schließlich die Herrschaft über das Auto, das in einen Unfall verwickelt wurde“, erklärte Sprecherin Laura Demullier. Bei der anschließenden Durchsuchung des Wagens stießen die Beamten auf eine Schusswaffe.
Die beiden Insassen flüchteten zunächst zu Fuß, konnten aber wenig später in der Rue Heyvaert gestellt werden. Beide Verdächtige wurden einem Untersuchungsrichter vorgeführt und wegen versuchten Mordes, illegalen Waffenbesitzes und Hehlerei angeklagt. Gegen sie wurde Untersuchungshaft angeordnet.
In den Tagen vor der Festnahme war die Gegend rund um den Place Lemmens in Anderlecht gleich zweimal Schauplatz von Schusswechseln. In der Nacht vom 3. auf den 4. November war ein elfjähriges Mädchen leicht verletzt worden, als Glassplitter durch Schüsse eine Fensterscheibe zersplittern ließen. Mehrere Hausfassaden und abgestellte Fahrzeuge wurden von Kugeln getroffen. Ermittler fanden rund 15 Patronenhülsen am Tatort; die Täter entkamen unerkannt.
Nur zwei Tage später, in der Nacht vom 5. auf den 6. November, kam es erneut zu Schüssen in derselben Gegend. Diesmal zählte die Polizei rund 20 Hülsen, erneut wurden Häuser und Autos beschädigt – glücklicherweise ohne Verletzte.
Die Brüsseler Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Zusammenhang zwischen den Schießereien in Anderlecht und der Festnahme der beiden Bewaffneten in Molenbeek besteht. Hinweise auf ein mögliches Bandenmilieu schließen die Ermittler nicht aus. (belga/calü)

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