Weltweit tragen mehr als 20 Millionen Menschen das HTLV-1-Virus in sich. Die meisten bleiben ohne Symptome. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen kann die Infektion jedoch Jahrzehnte später zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, darunter die seltene ATL.
Bislang gab es keine zuverlässige Methode, um abzuschätzen, welche Träger des Virus ein hohes Risiko entwickeln. Das nun entwickelte Verfahren könnte eine frühere medizinische Begleitung und gezielte Behandlungen ermöglichen.
Der von den belgischen Forschern entwickelte prädiktive Wert trägt den Namen VCE (Viral Clonality Evenness). Mithilfe moderner Sequenzierungsverfahren misst er, wie gleichmäßig sich das Virus in den Zellen verteilt. Diese Verteilung gilt als entscheidender Hinweis darauf, ob sich die Infektion zu einer Krebserkrankung weiterentwickeln könnte.
„Zum ersten Mal verfügen wir über ein Instrument, das diese Entwicklung Jahre oder sogar Jahrzehnte vor dem Auftreten von Symptomen vorhersagen kann“, erklärt die Studienleiterin, Dr. Anne Van den Broeke, Forscherin am Institut Jules Bordet und am Forschungszentrum GIGA der Universität Lüttich.
Der VCE-Score soll nicht nur Personen mit hohem Risiko identifizieren. Er könnte zudem rund 80 Prozent der heutigen HTLV-1-Träger, die als gefährdet gelten, entlasten, weil sie die Krankheit wahrscheinlich nie entwickeln werden. (belga/rt)

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