Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der arbeitenden Bevölkerung zuvor jahrelang rückläufig war. Für die Untersuchung wurden zwischen 2019 und 2023 mehr als 450.000 medizinische Tests bei rund 230.000 belgischen Arbeitnehmern ab 40 Jahren ausgewertet. Berücksichtigt wurden fünf Risikofaktoren: Alter, Geschlecht, Blutdruck, Tabakkonsum sowie Übergewicht (BMI).
Der Anteil der Beschäftigten mit einem Herz-Kreislauf-Risiko von über zehn Prozent stieg zunächst deutlich an: zwischen 2019 und 2021 um 13 Prozent. 2022 ging er wieder leicht zurück (-4 Prozent) und stabilisierte sich 2023.
Untersucht wurden auch Branchenunterschiede. Besonders gefährdet seien Beschäftigte in Logistik, Baugewerbe und Metallverarbeitung. Ein vergleichsweise geringeres Risiko zeigten Menschen, die im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst oder im Bildungsbereich arbeiten. Büroarbeit und Homeoffice wurden in der Studie nicht berücksichtigt.
„Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben viele Ursachen. Lebensstilentscheidungen – Ernährung, Schlaf, Alkoholkonsum – spielen eine wichtige Rolle, aber auch psychische Belastungen wie Stress“, erklärt Dr. Gretel Schrijvers, CEO der Mensura-Gruppe. Hinzu kämen arbeitsbedingte Faktoren wie körperlich schwere Tätigkeiten, hohe Temperaturen oder Lärm.
Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Prävention – auch am Arbeitsplatz. „Bluthochdruck verursacht in der Regel keine Beschwerden, erhöht aber das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine einfache Messung kann Klarheit schaffen. Durch Lebensstilanpassungen oder Medikamente lassen sich ernste Folgen vermeiden. Arbeitgeber und Behörden können viel beitragen, indem sie gesündere Arbeits- und Lebensbedingungen fördern“, betont Rik Vanhoof, Geschäftsführer der Belgischen Kardiologischen Liga.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen in Belgien jährlich zu rund 31.000 Todesfällen und gehören damit weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. (belga/rt)

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