Die internationale Untersuchung, die 100 Länder erfasst, reiht Belgien auf Platz 38 ein. Innerhalb Europas liegt das Land auf Rang 9 von 25. „Trotz dieser überdurchschnittlichen Platzierung bestehen weiterhin Lücken, und politische Maßnahmen für mehr Regulierung und Transparenz lassen auf sich warten“, teilte Sciensano am Dienstag mit. Das Institut benennt fünf zentrale Ansatzpunkte für Verbesserungen.
An erster Stelle steht die Einführung eines verpflichtenden und öffentlich zugänglichen Transparenzregisters, in dem sämtliche Kontakte und Treffen zwischen Vertretern der öffentlichen Hand und der Tabakindustrie erfasst werden. Zudem fordert Sciensano einen verbindlichen Verhaltenskodex für alle Interaktionen von Amtsträgern mit der Branche oder mit Organisationen, die deren Interessen vertreten.
Weiterhin schlägt das Institut vor, der Tabakindustrie zu untersagen, eigene Sensibilisierungskampagnen im Bereich der Tabakprävention zu betreiben. Sie solle stattdessen verpflichtet werden, ihre Aktivitäten offen und präzise zu kommunizieren. Schließlich müsse die Praxis der sogenannten „Drehtüren“ beendet werden – also der Wechsel von Führungskräften zwischen der Tabakindustrie und staatlichen Institutionen.
„Tabak bleibt ein erhebliches Gesundheitsproblem in Belgien: Fast 18 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren rauchen, und rund 8 Prozent aller Todesfälle gehen darauf zurück“, so Sciensano. Der wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich: Die direkten Gesundheitskosten werden auf etwa 534 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. (belga/svm)

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